Schutzgebietsbetreuung im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone

Entsprechend dem Handlungsleitfaden für das Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone in Kombination mit dem Aufbau eines Netzwerkes konnten wieder Handlungsschwerpunkte umgesetzt werden.

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Durch die Beweidung am Zeiserlberg werden gute Keimbedingungen für den seltenen Tatarischen Meerkohl geschaffen.

Naturschutzgebiet „Zeiserlberg Ottenthal“

Die 2017 initiierte Beweidung im Unterhangbereich des Naturschutzgebietes „Zeiserlberg Ottenthal“ konnte durch fachliche Begleitung und operative Unterstützung in Richtung kleinmaschiges Beweidungsmosaik optimiert werden. Dieses naturschutzorientierte Beweidungsregime sorgt zum einen für offene Bodenstellen und somit gute Keimbedingungen für die geschützte und seltene Pflanze Tatarischer Meerkohl (Crambe tatarica) und zum anderen für das Zurückdrängen der invasiven Brombeerbestände. Die Bestandsentwicklung von Crambe tatarica verläuft sehr positiv und erreichte mit zahlreichen Individuen auch ein Nachbargrundstück außerhalb des Schutzgebietes.

Pflegemaßnahmen am Steinberg

Der Steinberg ist nicht nur von ausgedehnten Zerreichenwäldern bedeckt, sondern auch von Trockenrasenresten. Es konnten Pflegemaßnahmen organisiert und so wiederum 0,7 Hektar entbuscht werden.

Ausweitung der Flächen in Falkenstein

In Falkenstein werden seit vielen Jahren die Trockenrasen auf Gemeindeflächen entbuscht und beweidet. Dies sollte auch auf die Flächen rund um die Ruine Falkenstein ausgeweitet werden, die sich in Privatbesitz befinden. Dazu fanden Gespräche und Besichtigungen vor Ort mit dem Eigentümer sowie dessen Verwalter statt. Der positive Abschluss der Gespräche ist der Startschuss für eine künftige Pflege dieser Kalktrockenrasen.

Die Kopfweiden im Naturdenkmal Zayawiesen bei Mistelbach sind Lebensraum für den seltenen Juchtenkäfer.

Naturdenkmal „Zayawiesen Mistelbach“

Im Naturdenkmal „Zayawiesen Mistelbach“ wurde die Fortführung der Mahd der Feuchtwiesen organisiert. Das zweite bedeutende Schutzgut im Naturdenkmal sind die Kopfweiden, die unter anderem Lebensraum für den Juchtenkäfer (Osmoderma eremita) sind. Da viele bereits in einem sehr schlechten Zustand sind, wurden mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Mistelbach in einem Pilotversuch neue Kopfweiden angelegt. Bestehende Weiden mit ca. 20 Zentimeter Brusthöhendurchmesser wurden dazu in 1 Meter Höhe gekappt. Auch AnrainerInnen und NutzerInnen konnten in vielen Gesprächen über den Wert des Gebietes aufgeklärt werden.

Wacholderheiden im Naturpark Leiser Berge

Im Naturpark Leiser Berge stehen Wacholderheiden im Fokus der Bemühungen. Im Rahmen des vorliegenden Projekts konnten 1,43 Hektar entbuscht und 0,6 Hektar beweidet werden. Die Gemeinde Gnadendorf unterstützte dankenswerterweise etwa durch Abtransport des Schnittgutes, sodass die Rettung wertvoller Flächen ausgedehnt werden konnte. Um den Aufwuchs (Stockausschlag, Wurzelbrut, Keimlinge) der im Winter geschnittenen Gehölze zu bekämpfen, erfolgte sofort im Mai und Juni 2020 eine Beweidung mit Schafen auf ca. 0,6 Hektar, die bis in den Herbst hinein über die gesamte Fläche von ca. 5,5 Hektar fortgesetzt und über ein Folgeprojekt finanziert werden soll.

Die allgemeine Schutzgebietsbetreuung konnte das aufgebaute Netzwerk erhalten und erweitern. Gebietsbesichtigungen haben stattgefunden, regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit und Beratungsleistungen für diverse Akteure und aktive Partnergemeinden sind erfolgt. Der 2017 erstellte Handlungsleitfaden für das Europaschutzgebiet wurde einer anpassenden Analyse unterzogen, aus der sich neue Schwerpunkte für den Handlungsbedarf 2020+ ergeben.

Das Projekt ist ein Beitrag zur Schutzgebietsbetreuung NÖ, die von der Energie- und Umweltagentur NÖ koordiniert wird.

Projektdaten

Projektträger: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz

Projektlaufzeit: August 2019 – Juni 2020

betroffene Regionen: Weinviertel (im Gemeindegebiet von Altlichtenwarth, Asparn an der Zaya, Drasenhofen, Ernstbrunn, Falkenstein, Gaweinsthal, Gnadendorf, Großkrut, Großharras, Groß-Schweinbarth, Harmannsdorf, Hauskirchen, Herrenbaumgarten, Laa an der Thaya, Ladendorf, Leitzersdorf, Leobendorf, Mistelbach, Nappersdorf-Kammersdorf, Neudorf bei Staatz, Neusiedl an der Zaya, Niederhollabrunn, Niederleis, Ottenthal, Poysdorf, Seefeld-Großkadolz, Staatz, Stronsdorf, Ulrichskirchen-Schleinbach, Wildendürnbach und Zistersdorf)

betroffene Schutzgebiete: ESG Weinviertler Klippenzone, Naturschutzgebiet Zeiserlberg, Naturpark Leiser Berge, Naturdenkmal Zaya-Wiesen Mistelbach, Handlungsfelder Trockenraseninseln im Weinviertel, ·Alt- und Totholzbewohner (BBSG u.a. Crambe tatarica, Osmoderma eremita, Pannonische Steppen- und Trockenrasen auf Löss (LRT 6250))

mit dabei waren: FachexpertInnen, LandwirtInnen, Gemeinden, Grundeigentümer, Landschaftsplegedienstleister

Bewusstseinsbildung für Naturschätze im Projektgebiet über: Gespräche, gemeinsame Pflegeeinsätze und fachliche Begleitung von Gemeinden, Bewirtschaftern, Jägern und anderen Akteuren in dem Gebiet.