Natur des Jahres 2026

Mit der Ernennung verschiedener Tiere und Pflanzen will der Naturschutzbund Bewusstsein schaffen für  bestimmte Arten oder Lebensräume.

Ein Mauswiesel hockt aufrecht auf einem Stein, im Vordergrund sind unscharf frische Grashalme zu sehen.

Das Mauswiesel wurde zum Tier des Jahres 2026 gewählt.

An der Wahl zur Art des Jahres sind unterschiedliche Organisationen beteiligt. Viele Vertreter der "Natur des Jahres 2026" sind auch im Naturland Niederösterreich heimisch. Die Natur des Jahres wird in Österreich maßgeblich vom Naturschutzbund organisiert.

Mauswiesel ist das Tier des Jahres 2026

Kaum größer als 25 Zentimeter ist das Mauswiesel, das kleinste Raubtier Europas. In der vielfältigen Kulturlandschaft Niederösterreichs jagt es vor allem Wühlmäuse und trägt so zum natürlichen Gleichgewicht in Wiesen und Feldern bei. Strukturreiche Lebensräume mit Hecken und Feldrainen werden jedoch immer seltener: ein Grund, warum das Mauswiesel heute vielerorts als gefährdet gilt.

Das Mauswiesel wurde vom Naturschutzbund Österreich per öffentlicher Online-Abstimmung zum Tier des Jahres 2026 gewählt.

Blume des Jahres - Wiesen-Glockenblume

Von Mai bis Juli leuchten die blauvioletten Blüten der Wiesen-Glockenblume in artenreichen Mähwiesen Niederösterreichs. Die heimische Wildpflanze ist ein wichtiger Nektarspender für Wildbienen und Schmetterlinge und steht für eine vielfältige Grünlandlandschaft. Durch den Rückgang extensiv genutzter Wiesen ist sie jedoch zunehmend selten geworden.

Wassertier des Jahres - Schlammpeitzger

Gut verborgen im schlammigen Grund von Stillgewässern lebt der Schlammpeitzger, eine seltene Fischart der niederösterreichischen Auenlandschaften. Er ist nachtaktiv, ernährt sich von wirbellosen Kleintieren und kann dank spezieller Darmatmung sogar sauerstoffarme Gewässer überstehen. Der Verlust naturnaher Feuchtgebiete hat seine Bestände stark dezimiert – heute gilt der Schlammpeitzger als stark gefährdet.

Lurch des Jahres - Alpensalamander

Tiefschwarz und meist nur bei feuchter Witterung sichtbar ist der Alpensalamander, ein charakteristischer Bewohner der alpinen und voralpinen Regionen Niederösterreichs. Er lebt in kühlen Bergwäldern, auf Almflächen und in Geröllzonen. Eine Besonderheit ist seine Fortpflanzung: Statt Larven im Wasser abzulegen, bringt er vollständig entwickelte Jungtiere zur Welt – eine Anpassung an das Leben im Hochgebirge.

Kiebitz mit Wiese im Hintergrund

Die Bestände des Kiebitz haben sich in den letzten 25 Jahren halbiert.

Vogel des Jahres - Kiebitz

Mit seinem akrobatischen Balzflug und der markanten Federholle ist der Kiebitz eine der auffälligsten Vogelarten der offenen Landschaft Niederösterreichs. Er brütet am Boden von Äckern, Wiesen und Feuchtflächen und ist auf spät bewirtschaftete Flächen angewiesen. Durch intensive Landwirtschaft und den Verlust geeigneter Brutplätze sind seine Bestände stark zurückgegangen.

Insekt des Jahres - Warzenbeißer

Der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) ist eine große heimische Heuschrecke der Strukturreichen Wiesen und Magerrasen, wie sie in Niederösterreich vorkommen. Mit seinem auffälligen Gesang signalisiert er artenreiche Lebensräume. Durch den Rückgang extensiver Grünflächen ist der Warzenbeißer heute selten und steht stellvertretend für bedrohte Wiesentypen.

Spinne des Jahres - Streifenkreuzspinne

Die Streifenkreuzspinne (Argiope bruennichi) fällt durch ihr schwarz-gelbes Muster auf und spinnt radförmige Netze in offenen, insektenreichen Lebensräumen wie Blumenwiesen und Feldrainen in Niederösterreichs Kulturlandschaften. Auch sie ist auf extensiv genutzte Flächen angewiesen und wirkt als natürlicher Regulator von Insekten-Populationen.

Die Beschreibungen von allen Arten des Jahres 2026 finden Sie beim Naturschutzbund Österreich.