Aus der Praxis: Sonnenfeld Bruck/Leitha
Agri-Photovoltaik in Bruck an der Leitha: Das Sonnenfeld zeigt, wie Landwirtschaft, Biodiversität und Solarstrom auf einer Fläche erfolgreich kombiniert werden.
Steckbrief zur Anlage
- Name der Anlage: Sonnenfeld Bruck/Leitha
- Ort: Rohrauer Straße, Bruck/Leitha
- Betreiber: Energiepark Bruck/Leitha und EWS Consulting GmbH
- Multifunktionale Anlagenart: Agri-PV (Acker)
- Anlagengröße (in m2 oder ha): 5 ha
- Installierte Leistung in kWp: 3.100 kWp
Technische Beschreibung der Anlage
Angaben zur Stromnutzung: Der Strom wird zum Teil direkt von der nebenan liegenden Biogasanlage (Energiepark Bruck/Leitha) verbraucht und der Rest ins öffentliche Netz eingespeist. Es ist derzeit kein Speicher im System.
- Art der PV-Module: 5.242 bifaciale, 318 monofaciale Module der Marke JA Solar, 545 Wp.
- Art der Aufständerung: 2P Tracker, OST/WEST Nachführung
- Anlagenhöhe: Modultischhöhe ist 2,80m
- Art des Wechselrichters: 17 Stück Strang-WR, KACO, 92 und 105 kW
- Stringdesign: Strings werden in Combinerboxen gesammelt und unterirdisch zu den Wechselrichtern geleitet.
- Operation & Maintenance–Einrichtung: selbstständige Wartung
- Vermarktung: kein Einspeisetarif
Innovationskraft der Anlage
Vor dem Bau der Anlage wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt und auch nach Bau der Anlage stehen weiterhin 80% der Bewirtschaftung zur Verfügung. 18% fallen auf Blühflächen unter den Modultischen und 2% der Fläche ist die Aufständerung und Transformatoren.
Die Mehrfachnutzung des Feldes bringt uns nicht nur der Erreichung der nationalen Klimaziele und der Energiewende näher. Durch das harmonische Nebeneinander von gleichzeitiger Lebensmittel- und Stromproduktion wird auch die Biodiversität gestärkt und die regionale Eigenversorgung mit Energie und Lebensmitteln gesteigert. Maximaler Stromertrag bei minimalem Flächenverbrauch ist das Ziel.
Durch die hochaufgeständerten, beweglichen Module ist eine landwirtschaftliche Nutzung auch mit großen Landmaschinen möglich. Die dem Sonnenstand nachgeführten Paneele bringen höchstmöglichen Sonnenstromertrag.
Weitere Vorteile des Sonnenfeldes
- zusätzliche Erlöse für die Landwirtschaft
- krisenfest bei klimabedingten Ernteverlusten
- regionale, parallele Produktion von Strom und Nahrungsmitteln
- höhere soziale Akzeptanz durch geringsten Flächenverlust (2 %)
Ziel ist es, mit dieser Anlage die perfekten Produktionsbedingungen und -methoden (Strom + Landwirtschaft) – angepasst an die standortspezifischen a-/biotischen Faktoren – ausfindig zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden 8 Forschungszonen (FZ) errichtet:
- 3 Forschungszonen mit drei verschiedenen Reihenabständen
- 2 Forschungszonen mit verschiedenen starren, südausgerichteten Systemen
- 1 Forschungszone mit starren Ost-West-Doppeltischen
- 1 Forschungszone Brache
- 1 Forschungszone landwirtschaftliche Kultur
Fazit nach dem zweiten Bewirtschaftungsjahr
Der Winterweizen erzielte auf den Bewirtschaftungsflächen 2024 um bis zu 10% mehr Ertrag als auf der nicht teilverschatteten Kontrollfläche.
Die maschinelle Bewirtschaftung erfolgt aufgrund der Erfahrungen problemlos und effizient. Ergebnisse zum Mikroklima zeigen, dass bei Wetterextremen die Sonnenfänger mit nachgeführten und steuerbaren PV-Modulen einen Schutz vor starker Kälte und großer Hitze bieten kann.
Stromertragsergebnisse
Die Sonnennachführung der Module bewirkt einen Mehrertrag im Vergleich zu einer starren Südausrichtung von 20%. Speziell in den Morgen und Abendstunden wird durch die Nachführung mehr Strom produziert, was auch Vorteile für die Vermarktung am Strommarkt hat.