Aus der Praxis: Schafe und PV in Ernstbrunn
Die Photovoltaikanlage im „Klementer Steinbruch“ kombiniert regionale Stromerzeugung mit Schafbeweidung, Blühwiesen und gezielten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt.
Name der Anlage: Freiflächen-Photovoltaikanlage auf ehem. Erdaushub- und Grünschnittdeponie („Klementer Steinbruch“)
Ort: Katastralgemeinde Klement, Marktgemeinde Ernstbrunn
Betreiber: Windkraft Simonsfeld AG
Multifunktionale Anlagenart: Photovoltaikanlage auf ehemaliger Erdaushub- und Grünschnittdeponie mit Biodiversitätselementen und Schafbeweidung
Anlagengröße: 1 ha
Installierte Leistung in kWp: 0,973 MWp, 1360 Solarmodule, entspricht dem Strombedarf von 260 Haushalten)
Exposition: Südorientierte Ausrichtung
Stromnutzung: wird als Volleinspeise-Anlage betrieben (Trafo-Anschluss Netz-NÖ)
Innovationskraft der Anlage
Die Marktgemeinde Ernstbrunn musste die ehemalige Erdaushub- und Grünschnittdeponie im „Klementer Steinbruch“ auf behördlichen Auftrag im Jahr 2018 schließen und rekultivieren. Im Jahr 2020 wurde eine 40 Zentimeter starke Lehm-Dichtschicht rd. 4.900m3 (2x20cm mit Lastplattennachweisen) sowie eine 50 Zentimeter Humusschicht (Rekultivierungsschicht) rd. 5.800 m3 als Pflanzerde aufgebracht sowie ein Sickerbeckenbereich errichtet und im Jahr 2021 eine 2 Hektar große Blühwiese geschaffen.
Zur weiteren Nutzung der Deponiefläche wurde durch die e5-Gemeinde Ernstbrunn ein Raumordnungsverfahren gestartet, um die bestehende Widmung „Grünland-Deponie“ in die Widmung „Grünland-PV“ abzuändern. Diese Widmung wurde im Jahr 2022 genehmigt.
Somit war die Grundlage zur Errichtung einer Photovoltaikanlage mit Mehrfachnutzung (Schafbeweidung) gesichert und es folgten intensive Verhandlungen und Planungen zur Realisierung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage mit dem Partner der Gemeinde, der Windkraft Simonsfeld AG.
Nach einem sehr aufwendigen Genehmigungsverfahren (Raum-, Naturschutz & Landschaftsschutzprüfung) erfolgte die erfolgreiche Umsetzung: Errichtung einer Trafostation mit Verkabelung nach Klement, die vorgeschriebenen Bepflanzungen sowie die Installation der Photovoltaikanlage im Ausmaß von knapp 1 Megawatt - mit 1.360 Solarmodule auf 15 Reihen, um viel sauberen Sonnenstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit zu leisten.
Beschreibung der Umweltfaktoren der PV-Anlage
Auf der Fläche wurden zahlreiche Biodiversitätsmaßnahmen umgesetzt. Die Errichtung von Steinhaufen, Benjeshecken sowie die Pflanzung von 700 Sträuchern und Bäumen als gezielte Naturmaßnahmen rund um die Photovoltaikanlage erhöht die Artenvielfalt und Biodiversität. Die Anlage beinhaltet eine Blühwiese und wird durch Schafhaltung unterhalb der Module gepflegt, was die Biodiversität positiv beeinflusst.