Aus der Praxis: Agri-PV Bodensdorf
Eine innovative Agri-PV-Anlage in Wieselburg zeigt, wie lichtdurchlässige Module, nachhaltige Bauweise und neue Nutzungskonzepte erfolgreich zusammenspielen.
Steckbrief zur Anlage
- Name der Anlage: Agri-PV Bodensdorf
- Ort: 3250 Wieselburg, Bodensdorf, Grundstücksnummer 295/2
- Betreiber: RWA Raiffeisen Ware Austria AG
- Multifunktionale Anlagenart: Agri-PV
- Anlagengröße (in m2 oder ha): ca. 20.000 m²
- Installierte Leistung in kWp: 1.881,78 kWp
Technische Beschreibung der Anlage
Insgesamt wurden 4764 Module Hengdian Group DMEGC Magnetics Co.,Ltd mit erhöhter Lichtdurchlässigkeit und einer Leistung von 395 Wp verbaut. Die Module sind in einer Höhe von 3 Metern montiert, Süd-Westlich ausgerichtet und mit einem Neigungswinkel von 15° aufgeständert.
Die insgesamt 5 dreiphasigen Wechselrichter des Herstellers Huawei vom Typ SUN3000-330 KTL-H1 befinden sich an den nördlichen Tischenden der Reihen mit einer gesamt-AC-Leistung von 1.500 kW.
Der prognostizierte Jahresertrag von 2.000.000 kWh der netzgekoppelte Agri-Photovoltaikanlage wird gänzlich in das Netz eingespeist. Die Trafostation befindet sich direkt am Grundstück, der Netzanschlusspunkt befindet sich etwa 800 m entfernt im Ortsgebiet von Bodensdorf.
Innovationskraft der Anlage
Zum Einsatz kommen spezielle lichtdurchlässige Agri-PV-Module, die nicht nur Strom erzeugen, sondern auch optimale Lichtverhältnisse für das Pflanzenwachstum schaffen. Gleichzeitig bieten sie Schutz vor extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkregen oder starker Sonneneinstrahlung und verbessern die Arbeitsbedingungen auf dem Feld.
Gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Partnerbetrieb – dem Genuss- und Erlebnishof Wurzer – wurde zudem ein Konzept entwickelt, das über die reine Stromproduktion hinausgeht: Vor Ort entsteht ein Agri-PV-Zentrum für Praxis, Forschung und Austausch. Geplant sind unter anderem Führungen, Informationsangebote und weitere Versuchsanlagen – etwa zur Kultivierung von Paradeisern, Paprika und Gurken unter PV-Modulen.
Beschreibung der Umweltfaktoren der PV-Anlage
Dank einer Durchfahrtshöhe von 3 Metern bleibt die landwirtschaftliche Nutzung uneingeschränkt möglich. Für die Gründung kamen Rammprofile zum Einsatz – so konnte vollständig auf Bodenversiegelung verzichtet werden. Ausreichende Modulabstände sorgen zusätzlich für eine natürliche Versickerung des Regenwassers. Im Außenzaunbereich wurden zudem Strauchpflanzen bestehend aus heimischen Wild- und Nährgehölzen gepflanzt.