Weichtier des Jahres 2014/2015: Die Spitze Sumpfdeckelschnecke

Die Spitze Sumpfdeckelschnecke (Viviparus contectus) ist eine der größten heimischen Wasserschnecken und gilt als gefährdet. Sie wurde vom Naturschutzbund Österreich und den Weichtier-Experten der Universität Salzburg zum Weichtier des Jahres 2014 und 2015 gekürt.

Die Sumpdeckelschnecke ist das Weichtier des Jahres.

Die Sumpfdeckelschnecke erreicht fast die Größe einer Weinbergschnecke und gehört zu den Kiemenschnecken. Diese beziehen im Gegensatz zu den meist landlebenden Lungenschnecken den Sauerstoff aus dem Wasser über fächerförmige Atmunsgorgane in der Mantelhöhle. Mit einem Deckel können sie das Gehäuse dicht verschließen. So können sich die Tiere bei ungünstigen Umweltbedingungen wie etwa bei Trockenheit und im Winter ungestört in ihr Gehäuse zurückziehen.

Sumpfdeckelschnecke fühlt sich in nährstoffreichen Gewässern wohl

Heimisch ist Viviparus contectus in pflanzenreichen, stehenden Gewässern wie Teichen, Tümpeln oder Augewässern, aber auch in austrocknenden Gräben oder Moorlacken. Ihre Verbreitung erstreckt sich praktisch über ganz Europa, von Portugal bis nach Skandinavien und Griechenland. Sie wird in der Roten Liste aufgrund des rapide schwindenden Lebensraumes als gefährdet eingestuft. In Niederösterreich findet die Schnecke in den weitläufigen Gewässern des Nationalparks Donauauen und in den March-Thaya-Auen optimale Bedingungen.

Die Spitze Sumpfdeckelschnecke weidet den Untergrund von Gewässern mit ihrer Zunge ab und ernährt sich von Algen und Kleinstlebewesen. Oft bilden sie auch Schleimnetze, in denen sich Planktonorganismen fangen und die von den Schnecken gemeinsam mit der Beute gefressen werden. Da ihnen die Nahrung gleichsam in den Mund schwimmt, verharren die Tiere oft tagelang unverändert an einer Stelle.

Viviparus contectus kann bis zu 13 Jahre alt werden

Das Gehäuse der Schnecke zeigt deutliche Jahresringe, da es in Perioden mit schlechten Bedingungen praktisch kein Wachstum gibt. Damit läßt sich ähnlich wie bei Bäumen auf das Alter der Tiere schließen. Mit Lebenszeiten deutlich über 10 Jahren gehören die Sumpfdeckelschnecken zu den Methusalems unter den Wirbellosen. Der Gattungsname "Viviparus" weist übrigens auf eine Besonderheit der Schnecken hin. Sie sind ovovivipar, das heißt, die Eier bleiben im Mutterleib und entwickeln sich dort zu Jungtieren. Das jeweils älteste Tier wird dann mit einer Größe von etwa 5 Millimetern einzeln geboren.

Die fortschreitende Zerstörung von Feuchtgebieten und naturbelassenen Gewässern war einer der Gründe, warum die Spitze Sumpfdeckelschnecke nach 2014 für ein weiteres Jahr zum Weichtier des Jahres gewählt wurde.

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen