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Stachelige Sympathieträger

Naturnahe Gärten helfen dem Igel, gut durch den Winterschlaf zu kommen.

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Igel sind noch bis in den November unterwegs. Danach halten sie Winterschlaf.

Auch im Oktober können Igel noch unterwegs sein, um ihre Reserven für den bevorstehenden Winter aufzubauen. Doch im Herbst wird die Nahrung knapper. Ein igelfreundlicher Garten ist die beste Hilfe für das Stacheltier.

Strukturreiche Gärten helfen dem Igel

Ein Viertel der Jungigel kommt im September zur Welt. Nach sechs Wochen müssen die Jungtiere selbständig sein und ihr Geburtsgewicht von knapp 20 Gramm verzehnfachen. Danach geht es immerhin noch mit 50 Gramm pro Woche weiter. Da muss der Lebensraum schon genügend Nahrung bieten. Naturnah gestaltete Gärten helfen den jungen Igeln dabei. Hier können sie unter Hecken, Büschen und Bäumen nach Nahrung suchen. Auf ihrem Speiseplan stehen Käfer, Spinnen, Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßer und andere Kleintiere, die in Laub-, Reisig- und Totholzhaufen ideale Lebensbedingungen finden.

Endspurt vor dem Winter

Für viele Wildtiere beginnt jetzt der Endspurt auf der Suche nach Nahrung und einem passenden Winterquartier. Der Igel beginnt meist ab Mitte November mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf. Mit dem ersten anhaltenden Bodenfrost verkriecht er sich in dichten Hecken, Laub- und Reisighaufen oder alten Baumstümpfen. Wer den Garten im Herbst nicht penibel zusammenräumt, hilft dem Igel und anderen Tierarten, über den Winter zu kommen.

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Naturnahe Gärten mit viel Struktur helfen dem Igel bei der Nahrungssuche im Herbst.

Igel sind echte Winterschläfer

So wie Murmeltiere, Siebenschläfer, Haselmaus und manche Fledermäuse hält der Igel einen Winterschlaf. Während dieser Zeit läuft ihr Körper auf Sparflamme. Das Igelherz schlägt im Winter nur ein- bis zweimal pro Minute, während es in der aktiven Phase rund 50 Mal schlägt. Im Durchschnitt verbringen Igel aber nur 80 Prozent der Zeit wirklich schlafend. Wenn es mitten im Winter frühlingshafte Temperaturen hat, werden Igel munter und streifen auf Nahrungssuche umher. Das ist normal und bei gesunden Tieren kein Problem.

Störungen enden meist tödlich

Bei kalter Witterung können Störungen beim Winterschlaf hingegen dramatische Folgen haben. Ein Aufwachen während dieser Zeit verbraucht unnötig Energie, die dann im Frühjahr fehlt. Kommt der Kreislauf eines Igels im Winter durch eine Störung in Schwung, bedeutet das in der kalten, nahrungslosen Jahreszeit oft den sicheren Tod. Solche Tiere sollten unbedingt an eine fachkundige Person oder eine entsprechende Stelle übergeben werden.