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Brauchen Tiere im Winterschlaf meine Hilfe?

Nein, da sich die Tiere bereits monatelang auf den Winterschlaf vorbereiten. Sollten Sie unabsichtlich ein Tier aus dem Winterschlaf geweckt haben, bitte unbedingt die Tierrettung verständigen.

Haselmaus
Haselmäuse halten zwischen Oktober und April Winterruhe und senken dabei ihre Körpertemperatur auf knapp über 0° C.

Viele Tiere haben für die kalte Jahreszeit spezielle Strategien, mit Schnee, Eis und Kälte umzugehen. Manche verschlafen den Winter ganz einfach, andere schalten um auf Ruhemodus, einige verfallen in eine Winterstarre. Einen echten Winterschlaf halten bei uns nur Fledermäuse, Siebenschläfer, Hamster und Murmeltiere.

Schlafen, ruhen oder erstarren?

Gleichwarme Säugetiere, die ihren Wärmehaushalt aktiv regulieren können, verlangsamen im Herbst die Frequenz von Herzschlag und Atmung und senken die Körpertemperatur ab. Murmeltiere etwa überwintern mit drei Grad Celsius anstatt der im Sommer üblichen 40 Grad. Das Igelherz schlägt im Winter lediglich ein- bis zweimal pro Minute, während es in der aktiven Phase rund 50 Mal schlägt.

Auch alle Fledermaus-Arten ziehen sich in geschützte Bereiche wie Höhlen, Dachböden oder Kirchtürme zurück. Das Herz schlägt dann nur mehr etwa 12 Mal pro Minute. Beim Jagdflug sind es an die 1000 Schläge. Damit sinkt natürlich auch der Energiebedarf des Körpers. Im Winter braucht eine Fledermaus in 12 Tagen etwa soviel Kalorien wie an einem Sommertag in einer Stunde.

Siebenschläfer schlafen sieben Monate im Jahr

Igel bleiben bis zu vier Monate lang im Winterquartier, Murmeltiere verschlafen sechs und Siebenschläfer sogar sieben Monate. Der Fettvorrat, den sich die Tiere im Herbst angefuttert haben, dient während des Winterschlafs als Energiespeicher und isoliert gleichzeitig gegen die Kälte.

Größere Säuger wie Biber, Eichhörnchen, Dachs oder Waschbär verlegen sich dagegen auf eine Winterruhe. Dabei wird die Körpertemperatur nur geringfügig abgesenkt, manche Arten wachen zwischendurch auf, um Nahrung aufzunehmen. Einen eigenen Weg geht der Braunbär. Er verdämmert den Winter in seiner wohlig warmen Höhle, ohne zu fressen. Winterruhe halten die meisten der genannten Arten nur bei extremer Kälte.

Wechselwarme Tiere wie Fische, Reptilien, Amphibien oder auch Insekten versuchen erst gar nicht, die Körpertemperatur zu halten. Sie suchen sich im Winter einen frostgeschützten Ort, reduzieren die Körperfunktionen auf fast Null und erstarren gleichsam. Ein spezieller Frostschutz verhindert dabei das Gefrieren des Blutes.

So helfen Sie Tieren beim Winterschlaf

Entscheidend für das Überleben in der kalten Jahreszeit ist ein geeigneter Platz für den Winterschlaf. Einige offen gelassene Zugänge bei Scheunen, Dachböden oder alten Häusern bieten zahlreichen Fledermausarten ein Winterquartier. Holzstöße, Reisigstapel oder Laubhaufen sind beim Igel sehr beliebt.

Bitte nicht stören!

Dramatische Auswirkungen können Störungen beim Winterschlaf haben. Ein Aufwachen während dieser Zeit verbraucht unnötig Energie, die dann im Frühjahr fehlt. Kommt der Kreislauf etwa eines Igels im Winter durch eine Störung in Schwung, bedeutet das in der kalten, nahrungslosen Jahreszeit oft den sicheren Tod. Solche Tiere sollten unbedingt an eine fachkundige Person oder eine entsprechende Stelle übergeben werden.

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