Managementmaßnahmen für Wienerwaldwiesen

Im Wienerwald stellen Wiesen einen zentralen und naturschutzfachlich hochwertigen Lebensraum dar. Zu ihrer Erhaltung werden regelmäßig Pflegeeinsätze und bewusstseinsbildende Maßnahmen durchgeführt.

Wiesen sind wichtige Lebensräume.

Im Wienerwald werden regelmäßig Pflegeeinsätze und bewusstseinbildende Maßnahmen zum wichtigen Lebensraum Wiese durchgeführt. Diese vom Land NÖ und der EU geförderten Aktivitäten sind seit 2017 ein Beitrag zur Schutzgebietsbetreuung in NÖ und werden vom Naturschutzbund NÖ – Ortsgruppe Klosterneuburg als Partner im Schutzgebietsnetzwerk NÖ umgesetzt.

Lebensraumtypen

Im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung werden im Europaschutzgebiet „Wienerwald-Thermenregion“ im Gebiet der Gemeinde Klosterneuburg Schutzmaßnahmen zum Erhalt von Wienerwaldwiesen durchgeführt.  Die drei häufigsten FFH-Lebensraumtypen Glatthaferwiesen (6510), Pfeifengraswiesen (6410) und Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen (6210) sind hier besonders gefährdet, da zahlreiche Flächen von den Landwirten aus der Nutzung genommen werden und zu verbuschen drohen.

Zur Erhaltung der Wiesen wurde von der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) ein Kooperationsprojekt mit der Stadtgemeinde Klosterneuburg und dem Biosphärenpark-Management Wienerwald durchgeführt. Auf den Ergebnissen daraus und auf jenen der Offenlandkartierung des Biosphärenparks Wienerwald baut das vorliegende Projekt auf.

Der Gemeinde Klosterneuburg ist an dieser Stelle nicht nur für ihr Interesse am Erhalt der Biodiversität zu danken. Sie hat als Eigentümerin zahlreicher Wiesen im Projektgebiet auch bei der Pflege der Flächen tatkräftig mitgearbeitet.

Dem Forstbetrieb des Stiftes Klosterneuburg gebührt ebenso wie den Landwirten in Klosterneuburg Dank für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bei der Erhaltung der Wiesen.

Die Ziele des Projektes

Das Hauptziel ist der Erhalt der vielfältigen Wiesen in der Gemeinde Klosterneuburg durch die Entfernung von Gehölzen und Mahd im Rahmen von Pflegeeinsätzen.

Neben der Aufwertung der thermophilen Säume und der Peripannonischen Gebüsche (40A0) sollen auch sichernde Maßnahmen für das Gelbbauch-Unken-Vorkommen im Bereich der Hohenauer Wiese umgesetzt werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Erhöhung des Bewusstseins für den Naturschutzwert der Wiesen im Rahmen von  Veranstaltungen für die Bevölkerung wie geführte Wanderungen, Vorträge und Pflegeeinsätze. Ergänzt wird diese Arbeit durch Berichte in diversen Medien auf Gemeindeebene.

Übergeordnete Ziele des Projektes sind die Verbesserung des Erhaltungszustandes der genannten Lebensraumtypen und Arten, der Erhalt bzw. die Entwicklung naturschutzfachlich wertvoller Kulturlandschaft bzw. des Landschaftsbildes, die Erhöhung der Kompetenz im Naturraummanagement sowie die Bewusstseinsbildung für Ziele des Naturschutzes.

Was bisher im Projekt geschah

Als Grundlage für die Auswahl der Flächen dienten die Daten der Offenlandkartierung des Biosphärenparks Wienerwald (STAUDINGER M. et al 2014) und die Aufbereitung dieser Daten für die Stadtgemeinde Klosterneuburg (STAUDINGER M. &, E. WRBKA 2015). Aus der Gesamtheit aller Flächen der Offenlandkartierung wurden jene Flächen ausgewählt, die einem der FFH-Lebensraumtypen 6210, 6410 oder 6510 zugeordnet waren. Die daraus resultierenden 403 Flächen wurden klassifiziert und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Erreichung des Projektziels gereiht.

Umsetzung der Pflegemaßnahmen

Von den 403 Flächen wurden 26 Wiesen mit besonders hoher Bedeutung eingestuft und 84 Flächen mit einer hohen Relevanz für das Projekt. Das ergibt insgesamt 110 Flächen, die in näherer Zukunft unter Berücksichtigung  des Wissensstandes über den aktuellen Erhaltungszustand sowie der Erreichbarkeit und Einwilligung der Besitzer bearbeitet werden sollen. Demnach wird im Besonderen  auf die Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen eingegangen. Erst in zweiter Linie werden die Pfeifengraswiesen und besondere Glatthaferwiesen behandelt.

Die Wiesenpflege in Klosterneuburg dient dem Erhalt der Artenvielfalt

Die Trockenwiese Reichergasse in Weidling zeichnet sich durch ihren Orchideenreichtum und ihre Verzahnung mit der angrenzenden Obstwiese aus. Sie wurde in den letzten beiden Jahren nicht mehr gemäht und wuchs seit längerer Zeit immer mehr zu. Nach Rücksprache mit den nunmehrigen Besitzern wurde ein Pflegetermin angesetzt, an dem sechs Personen teilnahmen.

Die verbuschende Trockenwiese „Gschwendt“ in Klosterneuburg ist in Privatbesitz. Obwohl die Fläche in den letzten Jahren seltener gemäht wurde, zeichnet sie sich durch einen sehr artenreichen Kräutersaum mit Blutrotem Storchschnabel und Steppen-Windröschen aus. Reitgras beginnt sich aber flächig auszubreiten und würde viele Kräuter verdrängen. Durch die regelmäßige Mahd und das Entfernen des Mähgutes soll ein nährstoffärmerer Zustand und eine artenreiche Trockenwiese wieder hergestellt bzw. langfristig erhalten werden.

Vortrag „Wiesenschätze in Klosterneuburg“ in Weidling

Anfang 2017 wurde in Weidling der Vortrag „Wiesenschatze in Klosterneuburg“ gehalten. Nach einer kurzen Einführung über die historische Entstehung von Wiesen und einer Vorstellung der wichtigsten und wertvollsten Wiesentypen im Gemeindegebiet wurden die Wiesenlandschaften der einzelnen Katastralgemeinden mit einigen ausgewählten charakteristischen Pflanzen- und Tierarten präsentiert.

Danach wurde mit eindrucksvollen Fotos die Vielfalt der Schmetterlinge der Klosterneuburger Wiesen vorgestellt. Schließlich wurde auf die Wertsicherung und Pflege durch Projekte von Naturschutzbund, Biosphärenpark und Land NÖ eingegangen. Fast 80 Personen zeigten ihr Interesse und informierten sich danach bei einem Infostand und beim gemütlichen Ausklang beim kleinen, regionalen Buffet.

Exkursion „Wiesenschätze in Weidling“: Schmaler Graben

Um die im Vortrag der Bevölkerung nähergebrachten Wiesenschätze Klosterneuburgs auch vor Ort erleben und verstehen zu können, veranstaltete die Naturschutzbund-Ortsgruppe Klosterneuburg eine Exkursion zu den artenreichen Trockenwiesen in Weidling. Rund 25 Personen nahmen an der Exkursion teil. Die Naturschutzexperten Ass. Prof. Dr. Thomas Wrbka, DI Ilse Wrbka-Fuchsig und Andreas Pospisil erklärten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Besonderheiten der Wienerwaldwiesen.

Im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung werden im Europaschutzgebiet „Wienerwald-Thermenregion“ im Gebiet der Gemeinde Klosterneuburg Schutzmaßnahmen zum Erhalt von Wienerwaldwiesen durchgeführt.  Die drei häufigsten FFH-Lebensraumtypen Glatthaferwiesen (6510), Pfeifengraswiesen (6410) und Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen (6210) sind hier besonders gefährdet, da zahlreiche Flächen von den Landwirten aus der Nutzung genommen werden und zu verbuschen drohen.

Zur Erhaltung der Wiesen wurde von der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) ein Kooperationsprojekt mit der Stadtgemeinde Klosterneuburg und dem Biosphärenpark-Management Wienerwald durchgeführt. Auf den Ergebnissen daraus und auf jenen der Offenlandkartierung des Biosphärenparks Wienerwald baut das vorliegende Projekt auf.

Der Gemeinde Klosterneuburg ist an dieser Stelle nicht nur für ihr Interesse am Erhalt der Biodiversität zu danken. Sie hat als Eigentümerin zahlreicher Wiesen im Projektgebiet auch bei der Pflege der Flächen tatkräftig mitgearbeitet. Dem Forstbetrieb des Stiftes Klosterneuburg gebührt ebenso wie den Landwirten in Klosterneuburg Dank für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bei der Erhaltung der Wiesen.

Weitere Informationen

Projektinfoblatt (PDF, 569 KB)
 Naturschutzbund NÖ

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen