Schädlinge und Pollen pfeifen auf den kalten Winter
Trotz Frost: Pollensaison, Allergien und Schädlinge starten auch in Niederösterreich früh ins Jahr.
Der heurige Winter wirkt besonders kalt und lässt so manchen vor Frost bibbern. Das ließ viele Menschen auf eine ruhigere Pollensaison und weniger Probleme mit Schädlingen hoffen: doch Fehlanzeige! Die Tiere und Pflanzen lässt der Winter kalt. Kürzlich wurden die ersten Prognosen für die heurige Saison bekanntgegeben, diese gelten auch für Niederösterreich.
Frühblüher sorgen für intensive Pollensaison
Die Frühblüher - nämlich die Hasel und die Birke - haben bereits deutlich mehr Blütenstände gebildet als im Frühjahr. Außerdem sind die Pollen von Hasel, Erle und Birke kreuzreaktiv. Wer also auf eine Pflanze allergisch reagiert, kann auch Symptome für die anderen Arten zeigen. Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel (Nüsse, Apfel, Karotte etc.) sind ebenfalls möglich.
Intensive Pollensaison wegen verzögertem Start erwartet
Noch lässt die Pollensaison der Hasel wegen der Kälte auf sich warten. Die Purpurerle hat bereits mit dem Pollenflug begonnen, aber kaum messbar. Doch steigen die Temperaturen, ist damit zu rechnen, dass mehrere Frühblüher fast gleichzeitig starten. Allergikerinnen und Allergiker sollen sich schon jetzt auf eine intensive Pollensaison vorbereiten.
Birke und Erle in Startposition
Beim Pollenflug der Birke sind die Wetterbedingungen während der Blüte wichtig. Daher ist noch offen, ob hier das volle Potenzial ausgeschöpft wird. Die Erlenpollensaison setzt sich aus mehreren Arten zusammen. Auf die Purpurerle folgen Grau- und Schwarzerle, die bei passender Temperatur ab Februar mit dem Pollenflug starten. In Niederösterreich betrifft das vor allem Auenlandschaften und Flussräume, etwa entlang der Donau. Menschen mit entsprechender Allergie sollten Spaziergänge in diesen Bereichen in Zeiten starken Pollenflugs möglichst meiden.
Schädlinge trotzen dem Winter
Nicht nur Pollen, auch Schädlinge lassen sich vom kalten Winter nicht abschrecken! Zecken überstehen niedrige Temperaturen mit einer Winterstarre. Sogar in Sibirien sind sie zu finden. Die Amerikanische Rebzikade dringt immer weiter in Niederösterreich vor und ist bei Winzern gefürchtet. Da sie ursprünglich aus frostigen Gebieten stammt, haben kalte Winter kaum Einfluss auf ihre Bestände.
Eingewanderte Arten finden Schutz beim Menschen
Weitere eingewanderte Arten wie Reis- und Baumwanzen sowie die Tigermücke sind ebenfalls gekommen, um zu bleiben. Sie werden im frostigen Winter Unterschlupf in Gärten und Häusern finden. In der freien Natur würden sie nicht überleben, in menschlicher Nähe schon.
Schädlinge in Landwirtschaft und Garten
Bekannte Schädlinge in der Landwirtschaft sind Maiszünsler, Rübenrüssler und Erdflöhe. Sie überleben zum Frust der Landwirte auch die härtesten Winter und können mehrere Generationen im Jahr schaffen. Ähnlich verhält es sich mit dem Borkenkäfer. Dieser existiert bereits seit 100 Millionen Jahren und ist schon zu sehr an das Klima gewöhnt. Nacktschnecken sind im Garten besonders unbeliebt. Erwachsene Tiere können nur überleben, wenn sie sich gut in Kompost oder Laubhaufen verstecken. Ihre Eier jedoch überstehen auch tiefe Minusgrade.