Riesen-Bärenklau
Der Riesen-Bärenklau wird zum Teil auch Herkulesstaude genannt. Der invasive Neophyt bringt die heimische Biodiversität in Bedrängnis und kann aufgrund seiner phototoxischen Inhaltsstoffe auch verbrennungsähnliche Hautschäden verursachen.
Beschreibung & Bestimmungsmerkmale
- wissenschaftliche Bezeichnung: Heracleum mantegazzianum
- mehrjährige, große krautige Pflanze (bis zu 3-4 m Höhe werden erreicht)
- dicker, hohler Stängel mit borstigen Haaren und rötlichen Flecken
- sehr große, tief eingeschnittene Blätter (bis über 1 m breit)
- Blütenstände (Dolden) weiß und schirmförmig, mit einem Durchmesser von bis zu 50 cm
- Blütezeit von Juni bis August
- bildet zahlreiche flache, geflügelte Samen
Besonderheit
Der Saft der Pflanze führt in Kombination mit Sonnenlicht zu schweren Hautreaktionen (Photodermatitis). Verantwortlich dafür sind sogenannte Furanocumarine – chemische Stoffe, die die Haut sehr lichtempfindlich machen. Dadurch kann es bei Berührung und anschließender Sonneneinstrahlung zu verbrennungsähnlichen Entzündungen und Blasenbildung kommen.
Erste Hilfe bei Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau: Sofort betroffene Hautstelle mit Wasser und Seife waschen, Sonneneinstrahlung für mehrere Tage verhindern und bei Blasenbildung unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Lebensraum & Lebensweise
- bevorzugt nährstoffreiche, feuchte Standorte, wie Flussufer, Straßenränder, Wiesen und Brachflächen
- bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Pflanzen durch die Beschattung
- produziert viele Samen, die sich dank Wind und Wasser, aber auch menschlicher Aktivitäten verbreiten
- führt nach dem Absterben im Winter zu offenen, erosionsgefährdeten Böden
Was noch interessant ist
Der Riesen-Bärenklau stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Heute ist er eine invasive Pflanzenart, deren aufwendige Bekämpfung – bei Sonnenschein – lediglich mit Schutzkleidung möglich ist.
Der Riesen-Bärenklau ist mit dem bei uns heimischen, aber harmlosen, Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) verwandt. Er kann ebenfalls leicht phototoxisch wirken, aber viel schwächer – er ist bei Insekten sehr beliebt und wird lediglich 1-1,5 m hoch. Er verfügt nicht über die typischen roten Flecken, die beim Riesen-Bärenklau auffallen.
Bekämpfung
- nur mit Schutzkleidung
- Pflanze ausgraben oder Wurzel tief abstechen
- vor der Blüte im Frühjahr entfernen
- mehrere Jahre nachkontrollieren
- Entsorgung in NÖ: Umweltverband/Wertstoffzentrum oder Restmüll, luftdicht verpacken, niemals kompostieren