Reptil des Jahres 2013: Die Schlingnatter

Die Schlingnatter Coronella austriaca ist eine ungiftige Natter, die aber aufgrund ihrer Rückenzeichnung häufig mit der Kreuzotter verwechselt wird. Sie ist zwar noch relativ weit verbreitet, gilt aber dennoch nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU als „streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse“. Die Hauptgefährdung liegt in der Zerstörung ihres Lebensraumes.

Die Schlingnatter ist das Reptil des Jahres 2013.

Die verhältnismäßig kleine Schlingnatter ist nahezu in ganz Europa verbreitet und erreicht eine Gesamtlänge von 60 bis 75 Zentimetern. Schlingnattern können in der Natur bis zu 20 Jahre alt werden. Sie sind ovovivipar und gebären nach einer 5 - monatigen Tragzeit Ende August 6 bis 8 vollständig entwickelte Jungtiere. Diese ähneln in Zeichnung und Färbung den Alttieren, allerdings ist ihre Bauchseite meist leuchtend orange bis karminrot. Die Schlingnatter hält eine Winterruhe von rund 5 Monaten, wobei sie sich in frostfreie Verstecke wie Erdlöcher oder Felsspalten zurückzieht.

Schlingnattern fressen in erster Linie Eidechsen, Blindschleichen und Kleinsäuger, vereinzelt auch Schlangen, Jungvögel und Vogeleier, Amphibien, größere Insekten und Regenwürmer. Größere Beutetiere werden nach dem blitzschnellen Ergreifen mehrfach umschlungen und so in ihrer Atmung behindert oder erstickt, um sie anschließend, zumeist mit dem Kopf voran, zu verschlingen. Die Schlingnatter hat aber auch eine Reihe natürlicher Feinde: Iltis, Fuchs, Wildschwein, Mäusebussard, Weißstorch und in Siedlungsnähe auch die Hauskatze.

Die Schlingnatter besiedelt unterschiedliche Lebensräume mit deckungsreicher Vegetation und einem Mosaik aus Verstecken und Sonnenplätzen. So zählen Hochmoore, lichte Kiefernwälder, Heidegebiete, Blockschutthalden in Wäldern oder sonnenexponierte Hanglagen entlang von Flüssen ebenso zu ihren Lebensräumen wie Weinbaugebiete, Steinbrüche, Bahndämme oder naturbelassene Gärten. Der starke Rückgang dieser ursprünglichen oder extensiv genutzten Lebensräume und der fortschreitende Straßenbau und die Zerschneidung der Lebensräume haben einen negativen Einfluss auf die Bestände.

Die Schlingnatter ist in Niederösterreich noch relativ weit verbreitet. Vorkommen finden sich unter anderem im Naturschutzgebiet Gurhofgraben im Dunkelsteinerwald, im Leithagebirge und auf der Perchtoldsdorfer Heide.
 

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