Naturschutzgebiet Gurhofgraben

Das Gebiet wurde 1979 unter Naturschutz gestellt und 2008 erweitert. Es liegt im Europaschutzgebiet „Wachau-Jauerling“ und im Landschaftsschutzgebiet „Wachau und Umgebung.“

Gurhofgraben_NSauberer

Short Facts

Größe: 7 ha
Schutzgebietsstatus: Naturschutzgebiet
Bezirk: Melk
Highlight: Schlingnatter – Reptil des Jahres 2013


Der Gurhofgraben liegt südlich der Donau im Dunkelsteinerwald in 320 bis 500 m Seehöhe. Der Dunkelsteiner Wald ist Teil der Böhmischen Masse und hauptsächlich aus Granulit, einem feinkörnigen Granit, aufgebaut. Im Gebiet des Naturschutzgebietes Gurhofgraben sind die zwei größten Vorkommen von Serpentin im Dunkelsteiner Wald zu finden.

An den südlichen und südwestlichen Felshängen des Gurhofgrabens wächst ein lichter Rotföhrenwald auf Serpentingestein. Der Pflanzenbewuchs der steilen Felshänge des Serpentingebietes hebt sich deutlich von der Umgebung ab. Der Rotföhrenwald mit Rasensteppen und Felsfluren im Unterwuchs kann sich hier halten. Die Rasensteppen sind artenreich, während in den Felsspalten nur wenige, spezialisierte Pflanzenarten wachsen können. Seltene Tierarten, wie etwa die Schlingnatter, sowie seltene Heuschrecken und Schmetterlinge finden hier ideale Lebensbedingungen.

Das Naturschutzgebiet war in der Vergangenheit durch Wildfütterung beeinträchtigt. Durch konzentriert auftretendes Schalenwild kam es zu Erosions-, Tritt- und Verbissschäden. 2002 wurde die Fütterung durch den Jagdausübungsberechtigten entfernt.

Die im Rahmen des LIFE-Projektes Wachau gesetzten Pflegemaßnahmen und die erhebliche Erweiterung des Naturschutzgebietes führten zu einer wesentlichen Verbesserung der Gesamtsituation.

Das Naturschutzgebiet Gurhofgraben wurde auch als Biogenetisches Reservat ausgewiesen. Damit ist es Teil eines Netzwerkes von repräsentativen Lebensräumen zur Erhaltung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. 10 Naturschutzgebiete in Niederösterreich und damit eine Gesamtfläche von 2.060 Hektar sind gleichzeitig Biogenetische Reservate.