Renaturierung der Pielach: Natürlicher Hochwasserschutz im Pielachtal

Im EU-Naturschutzprojekt "LIFE IRIS" wird die Pielach zwischen Weinburg und Obergrafendorf renaturiert. So werden Arten wie der Eisvogel und der Huchen besser geschützt.

Der Unterlauf der Pielach

Die Pielach ist ein Paradebeispiel für die Renaturierung von Flüssen. Nun machen steigende Wassertemperaturen den Fischen zu schaffen.

Schon von der Renaturierung der Pielach gehört? Flüsse schützen vor Hochwasser, bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und prägen das Naturland Niederösterreich. Auch die Pielach erfüllt im Pielachtal eine zentrale ökologische und gesellschaftliche Funktion. Wasser, Uferbereiche, Wälder und Wiesen sind in einem engen Mosaik miteinander verbunden und bewahren so die Vielfalt. Durch Flussregulierungen gingen jedoch viele Lebensräume verloren. Mit einem aktuellen Projekt zur Renaturierung in Obergrafendorf und Weinburg wird der Pielach wieder mehr Raum gegeben. So werden der natürliche Gewässerlauf gestärkt, die Biodiversität gefördert und Hochwasserschutz verbessert.

Natürlicher Hochwasserschutz in Obergrafendorf und Weinburg

Das Projekt LIFE IRIS ist ein EU-gefördertes Renaturierungsprojekt zur ökologischen Verbesserung von Flüssen. Als Pilotgebiet dabei wird die Renaturierung der Pielach in Obergrafendorf und Weinburg im Mostviertel weiter verbessert. Der Pielach wird mehr Raum gegeben, was natürliche Rückhalteräume wie Wiesen stärkt. Das schafft natürlichen Hochwasserschutz zur Sicherheit der Bevölkerung. Bauliche Mängel, welche die Natur bisher eingeschränkt haben, werden nun behoben oder ergänzt. Wanderhilfen für Fische werden etwa geschaffen. So können diese die Pielach bei Wehranlagen besser passieren.

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel.

Fliegender Edelstein: Mehr Pielach für Eisvogel und Co.

Zu den bekanntesten schützenswerten Arten des Pielachtals zählen der Eisvogel oder der Huchen. Wo der Eisvogel vorkommt, sind Flüsse naturnah und somit besonders schützenswert. Der "Donaulachs" hat hier noch eine der letzten Populationen, die sich selbstständig vermehren kann. Obwohl der Huchen eigentlich in der Donau vorkommt, schwimmt er zur Fortpflanzung an Laichplätze flussaufwärts zur Pielach. Die Renaturierung leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Die Pielach soll sich natürlich entwickeln

Buhnen (= Dämme zum Ufer- und Hochwasserschutz) und Totholzpakete werden eingebaut. So soll sich die Pielach in Obergrafendorf und Weinburg natürlich entwickeln. Ziel ist die Schaffung einer rund 5,6 Kilometer langen und rund 52 Hektar großen Strecke für den renaturierten Fluss. Dieser wird zu einem naturnahen Gewässer und bietet einen wichtigen Erholungs- und Begegnungsraum für die Bevölkerung im Pielachtal.

Land Niederösterreich fördert Hochwasserschutz und mehr Natur

Das EU-Renaturierungsprojekt "LIFE IRIS" wird mit etwa 4,2 Millionen Euro aus verschiedenen Mitteln finanziert, das Land Niederösterreich stellt knapp 0,8 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 2002 wurden bereits 800 Hochwasserschutzprojekte umgesetzt. In Zukunft soll ein Drittel der Projekte den Flüssen bewusst wieder mehr Raum geben.