Mückenfledermaus
Winzig klein, aber eine geschickte Jägerin: Die Mückenfledermaus ist unsere kleinste heimische Fledermaus und macht in der Dämmerung Jagd auf Gelsen und andere kleine Insekten.
Beschreibung & Bestimmungsmerkmale
- wissenschaftliche Bezeichnung: Pipistrellus pygmaeus
- kleinste einheimische Fledermaus: Körperlänge 3 -5 Zentimeter!
- Leichtgewicht mit 4 - 6 Gramm (entspricht einem Zuckerwürfel)
- Flügelspannweite bis zu 20 Zentimeter
- Oberseite und Unterseite ähnlich sand-/rötlichbraun
- seitlich gelbbrauner bis orangeroter Schimmer
- kurze, helle Ohren mit aufgehellter Ohrbasis; hellere, oft gelb-braune Schnauze (Zuckmücken-Drüse zwischen den Nasenlöchern vorhanden)
- sehr leicht mit ihrer Schwesternart - der Zwergfledermaus - zu verwechseln
- wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Zwergfledermaus ruft bei ca. 45 kHz am lautesten, Mückenfledermaus bei ca. 55 kHz
Besonderheit
Die Mückenfledermaus ist so klein, dass sie bereits in eine Streichholzschachtel passt. Daher reicht für sie ein fingerbreiter Spalt als Unterschlupf.
Lebensraum & Lebensweise
- in ganz Europa zu finden
- besiedelt Siedlungsgebiet und Vegetationsränder, Landschaften in der Nähe von Seen oder Flüssen und Auwälder
- Quartiere in Gebäudespalten, auch Baumhöhlen und Fledermausbretter
- Tagesquartier in Jalousiekästen, Außenverkleidungen von Häusern oder Fassadenspalten
- ist im Anhang IV der FFH-Richtlinie als streng zu schützende Art gelistet
- Winterschlaf unterirdisch in Höhlen oder Stollen, aber auch Gebäuden, Bäumen oder Fledermauskästen
- Paarung erfolgt bereits im August
- meist wird ein Jungtier geboren, doch auch Zwillingsgeburten möglich
- Männchen leben allein, verteidigen ab Juni Balz- und Paarungsquartiere, meist Baumhöhlen
- jagt im Zick-Zack-Flug nach kleinen Beutetieren wie Gelsen (namensgebend)
- Vorkommen in Niederösterreich: ganz Niederösterreich, u.a. im Nationalpark Donau-Auen
- auch im zukünftigen Nationalpark Kampwald zu finden (z.B. Naturschutzgebiet im Dobratal)
Was noch interessant ist
Mückenfledermäuse benötigen Altholzbestände als Jagd- und Wohnlebensraum. Daher sollten alte Bäume möglichst erhalten bleiben - sei es im Garten, im Siedlungsgebiet, an ungefährlichen Stellen im Park oder im Wald. Sonst kann man mit einheimischer Bepflanzung des Gartens oder Balkons die nötige Nahrungsgrundlage schaffen, noch besser ist die Anlage eines Teiches.