Drüsiges Springkraut
Es wurde 2018 vom Naturschutzbund zum Alien des Jahres gewählt. So will man darauf aufmerksam machen, dass dieser weitverbreitete Neophyt negative Auswirkungen auf heimische Ökosysteme hat.
Beschreibung & Bestimmungsmerkmale
- wissenschaftliche Bezeichnung: Impatiens glandulifera
- einjährige, schnell wachsende krautige Pflanze (bis zu 2 m Höhe werden erreicht)
- aufrechter, hohler, fleischiger Stängel mit häufig rötlicher Färbung
- mit Drüsen besetzter Blattstiel
- lanzettliche, gesägte Blätter, meist zu dritt quirlig angeordnet
- orchideenähnliche Blüten mit süßlichem Duft, auffällig rosa bis purpur, manchmal weiß
- Blütezeit von Ende Juni bis zum ersten Frost
- Samenkapseln springen bei Berührung auf und schleudern dabei die Samen mehrere Meter weit
Besonderheit
Eine Pflanze produziert ca. 1.600 bis 4.300 Samen, die über 2-5 Jahre keimfähig bleiben. Durch bereits leichte Berührung oder Erschütterung „explodieren“ die Samenkapseln und verteilen die Samen großflächig. Außerdem werden sie durch Gewässer weitertransportiert, wodurch es sich besonders schnell ausbreitet.
Lebensraum & Lebensweise
- bevorzugt feuchte Standorte, wie Flussufer, Auen, Gräben oder Waldränder
- bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Arten
- stirbt im Winter ab, hinterlässt offene, erosionsanfällige Böden
- verändert Artenzusammensetzung von Lebensräumen
Was noch interessant ist
Das drüsige Springkraut wird auch indisches Springkraut genannt, da es ursprünglich aus dem Himalyagebiet stammt und als Zierpflanze nach Europa eingeführt wurde. Die Blüten sind zwar bei den Bestäubern beliebt, jedoch verdrängt die Pflanze durch ihr Massenvorkommen und den schnellen Wuchs heimische Arten und trägt zur Verarmung der regionalen Pflanzenvielfalt bei.
Das drüsige Springkraut ist auch mit dem Echten oder Großen Springkraut (Impatiens noli-tangere) verwandt, es wird auch Rühr-mich-nicht-an bzw. Wald-Springkraut genannt. Diese Art ist in Mitteleuropa ursprünglich heimisch.
Bekämpfung
- am besten vor der Blüte ausreißen oder mähen
- mehrmals pro Saison (Juni bis August) wiederholen
- komplette Pflanze mit Wurzeln entfernen
- Entsorgung in NÖ: kleine Mengen ohne Samen dürfen in Biotonne oder Restmüll, größere Mengen zum Umweltverband/Grünschnittplatz/Wertstoffzentrum, gut verpackt entsorgen
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