Tier des Jahres 2016: Der Biber

Der Europäische Biber war in Europa seit mehr als 150 Jahren ausgerottet. Erst durch strenge Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungen kam es zur Rückkehr dieses großen Nagers in seine angestammten Lebensräume. Auch in Österreich ist der Biber wieder heimisch geworden.

Der Biber kann mit seinen Nagezähnen Weichholzbäume fällen.

Lebensraum

Heute findet man Castor fiber wieder in weiten Teilen Europas. Als eine der wenigen Tierarten, die ihren Lebensraum selbst gestalten kann, besiedelt der Biber unterschiedliche Wasserlebensräume. Grundvoraussetzungen sind die ganzjährige Wasserführung des Gewässers, geeignete Ufer und ausreichende Pflanzennahrung. Die Nähe des Menschen stört den Biber nicht, er siedelt sich auch in Ortschaften und Industriegebieten an.

Beschreibung

Das größte heimische Nagetier bringt es auf  eine Körperlänge von bis zu 140 Zentimeter, wovon auf den abgeflachten Schwanz rund 30 Zentimeter entfallen können. Der Biber erreicht ein Gewicht von mehr als 30 Kilogramm. Charakteristisch sind seine orangebraunen, selbst schärfenden, ständig nachwachsenden Schneidezähne. Das Fell des Bibers ist sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Biber werden durchschnittlich zehn Jahre, ausnahmsweise sogar bis zu 25 Jahre alt.

Lebensweise und Biologie

Der dämmerungs- und nachtaktive Biber lebt immer in Gewässernähe. Seine Wohnbauten sind für Menschen wenig auffällige, in die Böschungen gegrabene Röhren und Höhlen. Die Eingänge dazu liegen immer unter Wasser. Biber leben in Familienverbänden und sind monogam. Die erwachsenen Tiere bleiben ihrem Partner ein ganzes Leben lang treu. Sie sind reine Pflanzenfresser. Im Sommer fressen sie Wasserpflanzen, Wurzeln und andere Pflanzen. Im Winter ernähren sie sich von Rinde und Zweigen der gefällten Bäume. Dazu fällen die Biber mit ihren kräftigen Nagezähne Bäume, um an die zarten Äste heran zu kommen. Ein erwachsener Biber kann eine Weide mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern in einer halben Stunde zu Fall bringen.

Gefährdung und Schutz

Schon immer war der Biber ein begehrtes Jagdobjekt: Aus dem Pelz wurden vor allem Mäntel und Mützen angefertigt. Das „Bibergeil“, ein moschusartig riechende Sekret aus der Präanaldrüse, galt in der Volksmedizin als Wundermittel, dem nachgesagt wurde, dass es so gut wie alles heilen könne. Mehr als 100 Jahre galt der Biber als ausgestorben, bevor man in Bayern, am Oberösterreichischen Inn und an der Donau im Wiener Raum die Wiederansiedlung des Nagers wagte. Heute hat er sich wieder große Teile seiner angestammten Reviere zurückerobert.

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen