Boden des Jahres 2013: Der Plaggenesch

Der Plaggenesch ist ein vom Menschen beeinflusstes Bodenprofil und kommt hauptsächlich in Nordwestdeutschland vor. Er ist durch eine spezielle Art der Bewirtschaftung und der Bodenverbesserung entstanden.

PLAGGE

Die nährstoffarmen, sandigen Böden in Nordwestdeutschland sind in der Regel schlechte Ackerstandorte. Durch den steigenden Bevölkerungsdruck im Mittelalter wurde es allerdings notwendig, auch diese Landschaften zu bewirtschaften. Bei der sogenannten Plaggenwirtschaft wurde regelmäßig mit Grasplaggen gedüngt. Als Plaggen wird der humusreiche Oberboden mit Teilen der darauf befindlichen Vegetation bezeichnet. Die Plaggen wurden ausgestochen, zuerst in Ställen etwa ein Jahr als Einstreu verwendet und anschließend zusammen mit Mist, Asche und Küchenabfällen auf die Felder gebracht.

Das Ende der Plaggenwirtschaft erfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit der Einführung der Minderaldünger wurde die arbeitsintensive Arbeit überflüssig. Spätestens seit den 30er Jahren wird sie nicht mehr praktiziert. Die Plaggenesche werden heute nicht mehr aktiv neu geschaffen und sind weltweit nur mehr sehr kleinflächig vorzufinden. Plaggenesche sind bis heute klassische Ackerstandorte. Aufgrund der hohen Sandgehalte handelt es sich um  wasserdurchlässige und nährstoffarme Standorte. Durch die ortsnahen Lagen der Plaggenesche ist dieser Bodentyp oft durch Überbauung verschwunden. In vielen Siedlungen weisen noch Straßennamen wie "Am Esch" oder "Auf dem Esch" auf die ehemalige Eigenschaft dieser Flächen hin.

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