Neue Publikation: Biodiversitätsverträglicher Ausbau Erneuerbarer Energien in Österreich
Mit der richtigen Planung können Energiewende und Naturschutz erfolgreich Hand in Hand gehen.
Eine neu erschienene wissenschaftliche Publikation, welche durch Weber et al. (2026) im Rahmen des 19. Symposiums für Energieinnovation in Graz erschienen ist, befasst sich mit den Herausforderungen, Synergien und Zielkonflikten beim biodiversitätsverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energieträger in Österreich. Dabei werden sowohl Klimaschutz- als auch Naturschutzaspekte berücksichtigt.
Energiewende und Schutz der Biodiversität wichtig
Der Artikel zeigt die Notwendigkeit der Energiewende und des Biodiversitätsschutzes aufgrund der globalen Herausforderungen (Klimawandel, Biodiversitätsverlust) auf. Die Vielfalt des Lebens (Biodiversität) als solche, ist bedroht durch intensive Landnutzung, Lebensraumzerstörung und den Klimawandel, der vor allem Arten mit einer geringen Lebensraumausbreitung oder kleineren Populationen stark zusetzt.
Nationale und europäische Rahmenbedingungen wie etwa der europäische Green Deal wurden ins Leben gerufen, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig bedeutet der Ausbau der Erneuerbaren Energien einen gesteigerten Flächenbedarf, wodurch es zu Nutzungskonflikten mit dem Biodiversitätsschutz kommen kann.
Verschiedene erneuerbare Energieträger analysiert
In der neuen Publikation werden die Auswirkungen unterschiedlicher erneuerbarer Energieträger, wie Photovoltaik, Windkraft, Bioenergie, Laufwasserkraftwerke bzw. Pumpspeicherkraftwerke, auf die Biodiversität analysiert.
Abhängig vom Standort und der Nutzungsintensität können Probleme durch Flächeninanspruchnahme und damit einhergehende Lebensraumverluste bzw. Lebensraumzerschneidung auftreten. Positive Effekte auf die Biodiversität können sich bei Photovoltaikanlagen auf weniger intensiv genutzten Flächen einstellen, wobei naturnahe Lebensräume nicht für diese Energieform herangezogen werden sollten.
Wie geht die naturverträgliche Energiewende?
Schließlich werden Strategien für eine biodiversitätsverträgliche Energiewende aufgezeigt:
- Politische, räumliche und technische Maßnahmen sind notwendig, um Konflikte zu minimieren und Synergien zu fördern.
- Photovoltaikanlagen auf Dächern sollen bevorzugt errichtet werden, erst dann degradierte Flächen. Artenreiche Lebensräume sollen für Photovoltaikanlagen gänzlich vermieden werden.
- Klare Zonierungen können dabei helfen, sensible Gebiete, wie Zugrouten, Brutgebiete oder Wildtierkorridore, für die Errichtung erneuerbarer Energieträger auszuschließen.
- Eine Umweltbegleitplanung, die Mindeststandards für Anlagen sowie eine extensive Bewirtschaftung sicherstellt, wird empfohlen.
- Windkraftanlagen sollen einen gewissen Mindestabstand zu Schutzgebieten aufweisen. Abschaltalgorithmen sowie ein Monitoring werden empfohlen.
- Für Bioenergie sollen lediglich Reststoffe genutzt werden und zusätzliche Anbauflächen vermieden werden.
- Bei der Wasserkraft steht die Steigerung der Effizienz bestehender Anlagen im Fokus, diese sollen ökologisch optimiert werden und auf neue Anlagen verzichtet werden.
Zudem sollen Energie-, Raumordnungs-, Naturschutz- und Landwirtschaftspolitik gemeinsam gedacht werden. Die Energiewende kann dann erfolgreich sein, wenn eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft erfolgt, um Biodiversitätsstandards zu verankern.