Bedrohter Eichenwald am Steinberg

Das Gebiet am Steinberg liegt im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone. Der im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführte Götterbaum verhindert zunehmend den Jungwuchs und den Stockausschlag der Zerreiche.

Steinbergwald

Die Bestände an Zerreichen im Steinbergwald im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone sind durch den Götterbaum bedroht.

Zur Sicherung des rund 240 Hektar großen Eichenwaldgebietes am Steinberg mit Zerreichen und einer ausgeprägten Trockenflora ist es notwendig, Managementmaßnahmen zur Bekämpfung des invasiven Götterbaums (Ailanthus altissima) zu ergreifen. Die aus China und Vietnam stammende Pflanze droht mit seinen jährlich reichen Samen die Zerreichen zu verdrängen.

Der Handlungsleitfaden für das Natura 2000 Gebiet Weinviertler Klippenzone skizzierte eine Gefährdung durch den Samenflug des Götterbaumes auf die jährlichen Schlagflächen der Mittel- und Niederwaldbewirtschaftung des Eichenwaldes. Nach Erstkontakten mit den Eigentümern, die bereits einige Bekämpfungsbemühungen ohne Aussicht auf Erfolg hinter sich hatten, wurde 2018 seitens des Schutzgebietsnetzwerk unter Einbeziehung der Forstbehörden ein Vorprojekt zur Erhebung der Götterbaumbestände im Umkreis des Steinbergwaldes und zur Planung von Bekämpfungsmaßnahmen initiiert.

Im Jahr 2018 fand sowohl im Steinbergwald selbst als auch in einem Umkreis von einem Kilometer eine flächendeckende Erhebung statt. Es zeigte sich, dass bereits auf über 50 Hektar Keimlinge und Jungwuchs anzutreffen sind. Auf weiteren rund 1,5 Hektar haben sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte samentragende Altbestände entwickelt. Es ist davon auszugehen, dass der Götterbaum sein flächiges Ausmaß von Jahr zu Jahr um mehrere Hektar erweitert.

Der Kenntnisstand zu Bekämpfungsmethoden des Götterbaumes wurde dokumentiert und ein Austausch mit Forstbetrieben, Behörden und Forschungseinrichtungen fand statt. Von diesen Erkenntnissen ausgehend wurden Bekämpfungsmaßnahmen abgeleitet, die sinnvollerweise im Steinbergwald zur Anwendung kommen könnten. Grundeigentümer von Flächen mit samentragenden Infektionsherden wurden über die invasive Baumart informiert. Mit 80 Prozent konnte ein Gespräch geführt werden, wobei alle eine positive Einstellung zur Bekämpfung des Götterbaums und Erhaltung des Eichenwaldes bekundeten.

Seit Mitte August 2019 hat sich der rechtliche Status der invasiven Baumart Götterbaum geändert – er wurde in die EU-Unionsliste aufgenommen, die invasive und gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung listet, welche nicht vorsätzlich in das Gebiet der Europäischen Union verbracht, gehalten, gezüchtet oder freigesetzt werden dürfen. Die negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt durch invasive, gebietsfremde Arten zu reduzieren ist auch ein Ziel der Biodiversitäts-Strategie Österreichs 2020+.

Ein Konzept zur Erhaltung der FFH-Eichenwälder im Steinbergwald liegt vor. Die Umsetzung erfolgt in einem Folgeprojekt.

Projektdaten

Projektträger: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz

Projektlaufzeit: Mai 2018 bis August 2019

betroffene Regionen: Weinviertel (im Gemeindegebiet von Neusiedl an der Zaya, Hauskirchen, Zistersdorf)

betroffene Schutzgebiete: ESG Weinviertler Klippenzone, Handlungsfeld Eichenwälder, FFH-Lebensraumtypen Eurosibirische Eichen-Steppenwälder (91I0*), Pannonische Flaumeichenwälder (91H0*), Pannonische Eichen-Hainbuchenwälder (91G0*), Waldstrategie 2020+

mit dabei: Forstbetriebe, Forstbehörden, Experten, Grundeigentümer, Gemeinden

Ein Projekt des Schutzgebietsnetzwerks NÖ, welches von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ koordiniert wird.

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