Wachtelkönigreviere an der Schmida entdeckt

Die vogelkundlichen Erhebungen im Rahmen des Landschaftspflegekonzepts sorgen für einen Sensationsfund.

Wachtelkoenig

Der Wachtelkönig ist einer der seltensten Vögel im Naturland. Nun wurden 3 neue Reviere entdeckt.

Die Schmida-Niederung erhält im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung NÖ ein Pflegekonzept. Darin ist neben einem vegetationskundlichen auch ein ornithologischer Schwerpunkt geplant. Durch die Entdeckung des sehr seltenen Wachtelkönigs bei den Vorerhebungen werden erste Schutzmaßnahmen für ihn möglich.

Vogelparadies im Weinviertel

Die Schmida-Niederung gehört zu den bedeutendsten Feuchtgebieten im Weinviertel. Unter Ornithologen ist das Wiesengebiet für seinen Artenreichtum und das Vorkommen von gefährdeten Vogelarten bekannt. Die Entdeckung von drei brütenden Wachtelkönigpaaren im Sommer war dennoch eine Sensation. Den Wiesenbrüter bekommt man in Niederösterreich nur mehr sehr selten zu sehen.

Nur mehr 15 Brutpaare im Naturland

Schätzungen zufolge gibt es in Niederösterreich nur mehr etwa 15 Brutpaare.  Die noch verbliebene Wachtelkönig-Population wird unter anderem durch die EU-Vogelschutz-Richtlinie geschützt. Der genaue Fundort in der Schmida-Niederung bleibt zum Schutz des Wachtelkönigs auch geheim. Für aufmerksame Vogelexperten waren die typischen, schnarrenden Rufe der Männchen bis weit in den Sommer hinein zu hören.

Spätere Mahd zum Schutz der Jungvögel

Nach dem sensationellen Fund suchte die Schutzgebietsbetreuung NÖ das Gespräch mit den betroffenen Landwirten und bat sie, ihre Wiesen rund um den Fundort erst im Spätsommer zu mähen. Wachtelkönige bewegen sich als Bodenläufer auf selbstausgetretenen, tunnelartigen Laufgängen vorwärts und sind im hohen Gras praktisch unsichtbar. Dank der Kooperationsbereitschaft der Landwirte blieben die Jungvögel ungestört und zogen Ende August mit ihren Eltern in ihr Winterquartier nach Afrika weiter.

Wiesen ohne Schilf sind wichtig

Wiesenbrüter wie der Wachtelkönig und die Bekassine, die ebenfalls gelegentlich in der Schmida-Niederung anzutreffen ist, bevorzugen für die Brut dichte, aber nicht verschilfte Feuchtwiesen. Um die Eignung der Schmida-Niederung als Lebensraum für diese Bodenläufer zu erhöhen, setzte sich die Schutzgebietsbetreuung NÖ auch dafür ein, dass ehemalige Schilfflächen in dem Gebiet wieder gemäht werden.