Schwarz gelbe Herbstboten: Feuersalamander
Haben Sie in den letzten Tagen bei einem Waldspaziergang auch einen dieser hübschen Gesellen entdeckt? Kein Wunder, denn der Herbst ist die beste Zeit, um Feuersalamander zu beobachten.
Wer sind diese geheimnisvollen Ureinwohner unserer Wälder und warum zeigen sie sich gerade jetzt so häufig?
Der Feuersalamander
Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist unser größter und wohl bekanntester heimischer Schwanzlurch. Mit seiner lackschwarzen Haut und dem auffälligen, leuchtend gelben bis orangen Muster ist er unverwechselbar. Jedes Tier besitzt dabei eine einzigartige Zeichnung, ähnlich einem menschlichen Fingerabdruck. Ausgewachsen können die Tiere über 20 Zentimeter lang werden.
Lebensraum
Feuersalamander sind anspruchsvolle Bewohner. Sie bevorzugen feuchte, kühle und saubere Laubmischwälder, insbesondere Buchenwälder mit klaren Quellbächen. Diese Bäche sind überlebenswichtig, denn hier setzen die Weibchen ihre Larven ab, die sich im Wasser zu kleinen Salamandern entwickeln. Findet man Feuersalamander, ist das ein exzellentes Zeichen für eine intakte und gesunde Natur!
Besonderheiten des „Regenmandls“
Der Feuersalamander hat einige faszinierende Eigenschaften:
- Giftige Haut: Seine leuchtenden Farben sind eine Warnung. Bei Gefahr kann er über Hautdrüsen ein giftiges Sekret absondern, das ihn vor Fressfeinden schützt. Für Menschen ist es ungefährlich, solange es nicht in die Schleimhäute gelangt. Anfassen sollte man die Tiere dennoch nicht, um sie nicht zu stressen.
- Lebendgebärend: Anders als die meisten Amphibien legt das Weibchen keine Eier (Laich) ins Wasser, sondern gebiert bis zu 50 voll entwickelte Larven direkt in einen geeigneten Bach.
- Langlebigkeit: Feuersalamander können in der Natur über 20 Jahre alt werden – ein beachtliches Alter bei Amphibien.
Streng geschützt in Niederösterreich
Der Feuersalamander ist nach dem NÖ Naturschutzgesetz streng geschützt. Seine größten Gefahren sind die Zerstörung seines Lebensraums durch Verbauung von Bächen, die Abholzung von Laubwäldern und die Verschmutzung von Gewässern. Auch der Straßenverkehr wird vielen Tieren zum Verhängnis.
Wie verbringt er den Winter?
Wie viele Amphibien hält auch der Feuersalamander eine Winterstarre. Dafür sucht er sich frostfreie Verstecke wie Erdhöhlen, Felsspalten, alte Stollen oder Hohlräume unter Baumwurzeln. Oft überwintern mehrere Tiere gemeinsam an einem Ort.
Darum ist er gerade jetzt oft zu beoachten
Die milden, feuchten und oft regnerischen Herbsttage sind für die nachtaktiven Tiere ideal. Sie verlassen ihre Tagesverstecke auch tagsüber, um auf Nahrungssuche zu gehen und sich Fettreserven für den Winter anzufressen. Gleichzeitig sind viele von ihnen auf der Wanderung zu ihren Winterquartieren. Diese Kombination aus perfektem „Salamanderwetter“ und der Vorbereitung auf den Winter führt dazu, dass wir die sonst so versteckt lebenden Tiere aktuell häufiger zu Gesicht bekommen.
Wenn Sie einen der hübschen Schwanzlurche entdecken, genießen Sie die Begegnung, aber bitte nur mit den Augen.