Naturschutzgebiet In den Sandbergen

Das Naturschutzgebiet "In den Sandbergen" wurde 2014 errichtet und liegt im Gemeindegebiet von Drösing im Marchtal.

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Short Facts

Größe: ca. 5 ha
Schutzgebietsstatus: Naturschutzgebiet
Bezirk: Gänserndorf
Highlight: eiszeitliche Sanddünen mit spezieller Pflanzen- und Insektenwelt


Die Flugsande dieser Region wurden nach der letzten Eiszeit abgelagert. Die pannonischen Sanddünen des Marchfeldes zählen zu den trockensten und gleichzeitig auch wertvollsten Lebensräumen in Niederösterreich. Das liegt einerseits am pannonischen Klima, zum anderen aber auch an der geringen Fähigkeit des Sandes, Wasser zu speichern. Regen versickert sehr schnell und wird nicht im Boden festgehalten, weshalb diese Kulturlandschaft nur von trockenheitsresistenten Pflanzen erobert werden konnte.

Früher gab es in diesem Gebiet ausgedehnte Silbergrasfluren, die ab 1920 durch schrittweise Aufforstung verdrängt wurden. Vor wenigen Jahren wurde auf einer etwa 5 Hektar großen Fläche der Oberboden entfernt. Durch die im Boden überdauernden Samen entstanden innerhalb weniger Monate wieder größere Bestände an Silbergrasfluren. Sie bieten zahlreichen vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen idealen Lebensraum. Aufgrund seiner hohen Gefährdung wurde dieser Lebensraumtyp auch in die Liste der prioritären Lebensräume der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU aufgenommen.

Die Marchtaler Silbergrasfluren sind vergleichsweise artenarm, viele der vorkommenden Arten sind aber innerhalb von Österreich nur hier zu finden. Neben dem dominierenden Silbergras (Corynephorus canescens) finden sich hier vom Aussterben bedrohte Spezialisten wie der Sand-Thymian (Thymo angustifolium) oder das Gewöhnliche Filzkraut (Filago vulgaris). Frühlingsspörgel (Spergula morisonii), Sand-Steinkraut (Alyssium montanum) und Dünen-Veilchen (Viola tricolor subsp. curtisii) haben Bestände von überregionaler Bedeutung. Aber auch die Tierwelt und hier im Besonderen die Insektenvorkommen sind einzigartig. Kreiselwespe (Bembix rostrata), Sandbiene (Andrena argentata), Sandschrecke (Sphingoides minutissimus) oder der Sandohrwurm (Labidura riparia) sind Besonderheiten des Gebietes.

Das Gebiet wird durch Mahd und Beweidung extensiv landwirtschaftlich genutzt. Daneben finden noch Managementmaßnahmen wie kleinräumiger Bodenabtrag oder die Entfernung von Gehölzen statt. Der Bodenabtrag ist notwendig, um  langsam entstehende fruchtbare Bodenschichten mit höherem Wasserspeichervermögen zu entfernen. Auf diesen Böden würden die charakteristischen Pionierarten der Dünen schnell ihren Lebensraum verlieren.

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