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Darf ich meinen Bio-Müll im Naturland deponieren?

Nein. Biogene Abfälle müssen über die Biotonne oder den Komposthaufen entsorgt werden.

Bioabfall ist ein wertvoller Rohstoff. In Niederösterreich werden etwa 40 Prozent der Bioabfälle und des Grünschnitts über die Biotonne gesammelt und einer weiteren Verwertung zugeführt. Das sind rund 134.000 Tonnen jährlich. Dabei werden die Abfälle in Kompostanlagen zu wertvoller Erde umgewandelt. Derzeit arbeiten in Niederösterreich rund 80 solcher Anlagen, deren BetreiberInnen überwiegend Landwirtinnen/Landwirte sind.

Daneben gibt es auch Biogasanlagen, in denen feuchte und nasse Abfälle - etwa aus der Gastronomie - zu einem Brennstoff vergärt werden, der zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet wird. Im Restmüll haben biogene Abfälle keinen Platz. Sie erhöhen den Wassergehalt und erschweren so die Verbrennung bzw. die mechanisch-biologische Behandlung. Viele NiederösterreicherInnen verwerten ihre biogenen Abfälle, indem sie selber kompostieren.

Das sagt das Gesetz

Die getrennte Sammlung biogener Abfälle ist seit 1. Jänner 1995 per Verordnung gesetzlich vorgeschrieben (BGBl. Nr. 68/1992). In der Natur kann unsachgemäß deponierter Bioabfall zu Problemen führen. Grasschnitt  im Bach hinter dem Haus verschlechtert die Wasserqualität, weil die Verrottung des organischen Materials dem Gewässer Sauerstoff entzieht. Bei Hochwasser mitgeschwemmtes Material kann überdies zu Verklausungen und Verstopfungen führen. Wilde Ablagerungen von biogenen Abfällen sind nicht nur umweltschädlich, sondern laut Abfallwirtschaftsgesetz auch verboten.

Unser Naturland-Tipp

Oft landen Materialien in der Biotonne, die sich nicht für die Kompostierung eignen. Verpackungsmaterial wie Kunststoffsackerl, Folien oder Styroportassen verrotten nur sehr langsam und erschweren die Kompostierung. Auch Windeln, nicht kompostierbare Katzenstreu, Speiseöl oder Kohlenasche haben in der Biotonne nichts zu suchen. Von vielen Gemeindeverbänden angebotene Sammelsäcke aus Maisstärke hingegen können bedenkenlos für den Biomüll verwendet werden.

Die Verwertung der biogenen Abfälle im eigenen Komposthaufen ist ein Musterbeispiel für das Schließen von ökologischen Kreisläufen. Kompost kann im Hausgarten, aber auch für Blumenkistchen und Topfpflanzen verwendet werden. Kompost wirkt sich positiv auf die Pflanzengesundheit aus. Die Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Und Kompost hat noch einen weiteren positiven Effekt: Im Garten kann er vielfach Torf ersetzen, bei dessen Abbau Moorgebiete unwiederbringlich zerstört werden.

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