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Darf ich in jedem Gewässer baden?

Ja, mit Ausnahme von Gewässern in Schutzgebieten oder auf Privatgrund.

Das sagt das Gesetz

Im österreichischen Wasserrechtsgesetz gibt es den Begriff des Gemeingebrauchs, womit die Nutzung von öffentlichen Gewässern unter bestimmten Voraussetzungen ausdrücklich erlaubt ist. Dazu zählt unter anderem auch das Baden.

Gesonderte Regelungen gibt es für Naturschutzgebiete. Dort ist das Baden nicht gestattet. Im Nationalpark Donau-Auen stehen für sonnenhungrige Badegäste mehrere gekennzeichnete Naturbadeplätze und für das Baden freigegebene Uferbereiche zur Verfügung. Alle anderen Abschnitte der Donau und Gewässer der Au sind ausschließlich für Fauna und Flora vorgesehen. Das Baden würde eine massive Störung bedeuten und ist daher nicht gestattet. Eine ähnliche Regelung gilt auch für den Nationalpark Thayatal.

Unser Naturland-Tipp

Auch natürliche Gewässer außerhalb von Schutzgebieten dienen einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Um Störungen zu vermeiden, sollten nur ausgewiesene Badeplätze genutzt und Verbotsschilder beachtet werden. Für alle, die nicht ins Freibad wollen, gibt es im wasserreichen Niederösterreich genügend naturnahe Ausweichmöglichkeiten. Der Erlaufsee und der Lunzer See sind natürliche Seen in Niederösterreich.

Daneben gibt es aber noch zahlreiche weitere Badeseen und Teiche, die öffentlich zugänglich sind und wo Baden erlaubt ist: beispielsweise die drei Auseen in Blindenmarkt bei Amstetten, das Tullner Strandbad, der Ottensteiner Stausee im Waldviertel oder der Ratzersdorfer See in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt St. Pölten.

Niederösterreichs Landschaft ist durchzogen von einer Vielzahl von Bächen und Flüssen

Schöne Plätze mit naturbelassenen Sand- oder Kiesstränden gibt es an der Donau in der Wachau, bei Aggsbach-Dorf und Schönbühel oder am Badeplatz in Ardagger. Seichtes Wasser und geringe Strömung bieten die Donauabschnitte bei Weißenkirchen und Greifenstein. Wer den Charme der Jahrhundertwende spüren will, sollte ins Strombad Kritzendorf fahren, in dem Sommerfrischler bereits seit dem Jahr 1903 Abkühlung suchen.

Ein weiterer Fluss, der seit vielen Jahrhunderten zum Baden genutzt wird, ist der Kamp. Viele Buchten, die landschaftliche Schönheit und nicht zuletzt das rot-weiß gestrichene, hölzerne Badehaus in Plank laden zum Verweilen ein. Zum Schwimmen eignet sich auch die Ybbs. Ein Geheimtipp ist Hollenstein mit seinem historischen Badeplatz, einer großen Liegewiese und der Möglichkeit, mit „Sautrögen” den Fluss zu erkunden. An der Erlauf lädt das naturbelassene Flussbad in Purgstall am Beginn der wildromantischen Erlaufschlucht zur Abkühlung bei erfrischenden Wassertemperaturen ein.

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