Hirten in NÖ: Aktive Landschaftspflege
Denkt man an Hirten, entsteht oft ein idyllisches Bild von ruhigen Wiesen, Schafen und weiten Landschaften.
Doch die traditionelle Behirtung ist weit mehr als gelebte Romantik – sie ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Naturschutz und zur aktiven Pflege unserer Heimat in Niederösterreich. Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Behirtung und Beweidung erklärt. Damit rückt eine Form der Landnutzung in den Fokus, die wertvolle Lebensräume schafft und erhält, wie es kaum eine andere kann.
Mehr als nur Gras: Hutweiden und Trockenrasen als Hotspots der Artenvielfalt
Viele der artenreichsten Lebensräume in Europa sind erst durch jahrhundertelange Beweidung entstanden. Insbesondere in Niederösterreich prägen Hutweiden und Trockenrasen vielerorts das Landschaftsbild. Ohne die regelmäßige Pflege durch Weidetiere würden diese Flächen schnell verbuschen und langfristig zu Wald werden.
Das Ergebnis? Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, die auf offene, sonnige Lebensräume angewiesen sind, würden verschwinden. Die Beweidung sichert also direkt das Überleben dieser Arten.
Die Kunst der Behirtung: Gezielte Wanderungen für die Natur
Behirtung ist mehr als nur das Halten von Weidetieren. Es ist eine gezielte Praxis, bei der Hirten ihre Herden bewusst durch die Landschaft führen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle:
- Wetter und Jahreszeit
- Zustand der Vegetation
- Ökologische Ziele des Gebiets
Durch diese gezielte Wanderung entstehen vielfältige Strukturen – von kurz gefressenen Flächen bis zu höheren Grasinseln. Genau diese Mosaike aus unterschiedlichen Kleinstlebensräumen sind es, von denen unzählige Insekten, Vögel und Pflanzen profitieren.
Eine Antwort auf den Klimawandel
Im Kontext des Klimawandels gewinnt die extensive Beweidung weiter an Bedeutung. Sie hilft, Ökosysteme widerstandsfähig zu machen und offene Landschaften zu erhalten, die eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt und für das lokale Klima spielen.
Gleichzeitig verbinden Hirtinnen und Hirten traditionelles Wissen mit nachhaltiger Landnutzung. Sie erzeugen nicht nur hochwertige, regionale Lebensmittel, sondern leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen direkten Beitrag zum Erhalt unserer Natur.
Ein Gesicht aus der Praxis: Stefan Knöpfer aus Niederösterreich
Naturschutz findet nicht nur in ausgewiesenen Schutzgebieten statt, sondern überall dort, wo Mensch und Natur seit Generationen zusammenwirken. Einer, der das in Niederösterreich lebt, ist Stefan Knöpfer – Hirte, Landwirt und Naturschützer.
Als Obmann des Vereins Hirtenkultur setzt er sich für die Wiederbelebung der traditionellen Behirtung ein. Mit seinen Herden zeigt er eindrucksvoll, wie moderne Beweidung die Artenvielfalt fördert und wertvolle Lebensräume pflegt.
„Beweidung und mobile Herden können die Lösung für viele Probleme im Naturschutz und in der herkömmlichen Tierhaltung sein.“ – Stefan Knöpfer
Die Herde hält die Landschaft offen, vielfältig und lebendig – und schafft damit die Lebensgrundlage für unzählige Arten, die in Niederösterreich ihr Zuhause finden.