Leuchtend schöne Sommernächte - Glühwürmchen verzaubern
Wenn an warmen Sommerabenden kleine Lichter über Wiesen und Waldränder tanzen, beginnt die Zeit der Glühwürmchen. Erfahren Sie, wo Sie die faszinierenden Leuchtkäfer in Niederösterreich entdecken können und wie Sie zu ihrem Schutz beitragen.
Warme, windstille Sommerabende lassen uns oft Magisches erleben: kleine Lichtpunkte schweben über Wiesen, Waldränder und Gärten. Vor allem in naturbelassenen Landschaften in Niederösterreich – weg von künstlicher Beleuchtung - sind sie zwischen Mai und August (Höhepunkt: Juni/Juli) manchmal zu beobachten: die Glühwürmchen!
Warum leuchten Glühwürmchen eigentlich?
Glühwürmchen sind keine Würmer, sondern Käfer aus der Familie der Leuchtkäfer (Lympyridae). In Österreich sind vor allem das Große Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) und der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus) weit verbreitet.
Ihr charakteristisches Leuchten entsteht durch eine biochemische Reaktion im Hinterleib der Tiere. Dabei reagieren die beiden Substanzen Luciferin und Luciferase miteinander – es entsteht kaltes, energiesparendes Licht. Meistens leuchten übrigens lediglich die Weibchen, um Männchen anzulocken. Die Männchen fliegen. Das Leuchtsignal dient in erster Linie zur Fortpflanzung. Dabei hat jede Art ein eigenes „Lichtsignal“. Die Tiere kommunizieren über Muster, Rhythmus und Lichtintensität.
Wo kann ich das Schauspiel in NÖ beobachten?
Glühwürmchen bevorzugen bestimmte Lebensräume, dort ist die Chance sie zu erspähen besonders hoch:
- feuchte Wiesen und naturnahe Blumenwiesen
- Feuchtgebiete und Teiche
- Waldränder und Lichtungen
- strukturreiche Gärten ohne starke Beleuchtung
- Aulandschaften entlang von Flüssen
Vor allem im Nationalpark Donau-Auen, im Wienerwald und im Mostviertel kann man Glühwürmchen beobachten, wenn die Bedingungen passen.
Der beste Beobachtungszeitraum ist ab der Dämmerung bis ca. 23 Uhr – bei warmem, feuchtem und windstillem Wetter.
Sind Glühwürmchen selten?
In vielen Regionen Europas – auch in Niederösterreich – gehen die Bestände der Glühwürmchen zurück. Die Hauptursachen dafür sind:
- zunehmende Lichtverschmutzung in Städten und Dörfern
- intensive Landwirtschaft und Pestizidnutzung
- Verlust natürlicher Lebensräume wie Feuchtwiesen
- gepflegte und aufgeräumte Gärten ohne Rückzugsmöglichkeiten
Besonders empfindlich reagieren die Tiere auf künstliches Licht – es stört die Orientierung und erschwert die Partnersuche. Sie brauchen eine Kombination aus hoher Pflanzenvielfalt, feuchten Bodenbereichen und dunklen Rückzugsräumen.
Ein Leben im Verborgenen – Schneckenjäger
Während die erwachsenen Glühwürmchen vor allem durch ihr Leuchten auffallen, spielt sich ein entscheidender Teil ihres Lebens im Verborgenen ab: als Larve im Boden. Die Larven sind äußerst effektive Schneckenjäger. Sie verfolgen dabei die Schleimspuren ihrer Beute und fressen Nackt- und Gehäuseschnecken. Mit ihrem Gift Biss immobilisieren sie die Schnecke.
Glühwürmchen als Bioindikatoren
Da sie stark auf Umweltveränderungen reagieren, sind Glühwürmchen gute Bioindikatoren. Wo sie vorkommen, ist der Lebensraum gesund und stabil. Sie brauchen störungsarme, strukturreiche Landschaften mit hoher Biodiversität. Bodenversiegelung und Fragmentierung der Lebensräume sind schlecht für sie. Glühwürmchen sind eine sogenannte „Frühwarnart“ für den Zustand unserer Kulturlandschaften.
Kann ich den Glühwürmchen helfen?
Schon kleine Maßnahmen können viel bewirken:
- Gartenbeleuchtung in Sommernächten reduzieren / ausschalten
- naturnahe Bereiche im Garten zulassen (Blumenwiesen, hohes Gras)
- keine chemischen Insektizide
- Wiesen spät mähen
- dunkle Korridore in der Landschaft erhalten
Es ist ein besonderes Naturerlebnis, wenn man Glühwürmchen beobachten kann. Der Naturschutzbund bietet um das Melden von Funden mit Fotos auf seiner Plattform www.naturbeobachtung.at sowie in der gleichnamigen App.