Gewässer leiden unter Klimawandel

Seen, Flüsse und Bäche sind von der Klimaerwärmung besonders betroffen. Der Anstieg der Wassertemperatur hat weitreichende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Der Unterlauf der Pielach

Die Pielach ist ein Paradebeispiel für die Renaturierung von Flüssen. Nun machen steigende Wassertemperaturen den Fischen zu schaffen.

(15.01.2021/ MF) Der Klimawandel wirkt sich auf die heimischen Gewässer in mehrfacher Hinsicht dramatisch aus. Die steigende Erwärmung des Wassers setzt vor allem Fischarten zu, die kaltes und sauerstoffreiches Wasser brauchen. Die ungleich verteilten Niederschläge führen in vielen Gewässern zum Kollaps.

Erwärmung macht Stress

Schon geringe Temperaturerhöhungen können für an kaltes Wasser angepasste Fischarten das Aus bedeuten. Die Äsche, Fisch des Jahres 2021, ist ein Beispiel dafür. Die Tiere versuchen, in schnell fließende und kühlere Bereiche des Oberlaufes oder in Zubringerflüsse auszuweichen. Die schmäleren Oberläufe bieten aber weniger geeigneten Lebensraum. Die Pielach, einer der größten Voralpenflüsse, wurde durch aufwändige Renaturierungen wieder durchgängig für Fische gemacht. Der Huchen, einer der größten heimischen Fische und akut vom Aussterben bedroht, fand damit hier wieder einen Lebensraum. Nun ist er durch den Anstieg der Wassertemperatur gefährdet.

Lunzersee verändert sich grundlegend

Massiv verändert hat sich auch die Artenzusammensetzung im Lunzer Untersee. Die ehemals weit verbreiteten Seeforellen und Seesaiblinge gehen zurück, während die wärmetoleranteren Weißfische wie Rotauge, Rotfeder und Aitel, aber auch Barsche oder der Hecht zunehmen. Das hat aber auch Auswirkungen auf die Wasserpflanzen im See. Die neuen Fischarten verändern durch Fressen der Pflanzen die Bestände und beeinflussen damit langfristig auch den Nährstoffhaushalt. Die Forschungen zu diesem Phänomen laufen gerade.

Der Lunzersee im Herbst

Die Artenzusammensetzung im Lunzersee hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.

Der Sauerstoff wird in vielen Gewässern knapp

Mit den steigenden Temperaturen der Gewässer sinkt die Löslichkeit des Sauerstoffes im Wasser. Gleichzeitig wachsen mehr Algen, wobei dieser Effekt durch das Einschwemmen von Nährstoffen durch Starkregenereignisse verstärkt wird. Der Abbau der Algen durch Bakterien verbraucht wiederum Sauerstoff, der ohnehin schon knapp wird. Gleichzeitig heizen die höheren Temperaturen den Stoffwechsel der Tiere an, was wiederum mehr Sauerstoff benötigt. Durch den wärmebedingten Anstieg von Viruserkrankungen kommen die Fische noch weiter unter Druck.

Beschattung der Flüsse senkt die Temperatur

Neben den globalen Anstrengungen zum Einbremsen der Klimaveränderungen helfen vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie. So können Renaturierungen, weniger Staubereiche und ein abwechslungsreiches Bachbett, aber auch eine natürliche Ufergestaltung und beschattende Ufervegetation die negativen Effekte des Klimawandels auf die Gewässer mindern. Der Verzicht auf Wasserentnahmen vor allem in Trockenzeiten hilft mit, den Wasserstand zu stabilisieren.