Erhalt von Natura 2000-Trockenrasen auf den Retzer Hügeln

Die Hügel in der Umgebung der Stadt Retz beherbergen noch artenreiche Silikat-Trockenrasen – eine Besonderheit für das Weinviertel, da die Böhmische Masse des Wadlviertels hier an ihrer östlichen Begrenzung inselartig aus der mit Löss bedeckten Landschaft ragt.

Gollitsch vom Mittelberg

Diese strukturreichen Lebensräume liegen im Europaschutzgebiet (ESG) Westliches Weinviertel und bieten vielen gefährdeten und seltenen Pflanzen und Tieren ein Refugium. Durch Aufgabe der Beweidung nahm seit dem Ende des 19. Jahrhunderts jedoch die Verbuschung immer mehr zu und verringert so den lichten Lebensraum Trockenrasen. Besonders Robinien sowie verschiedene Rosen-Arten und Föhren breiten sich aus.

Erneut Schwendungen durchgeführt

In den letzten 10 Jahren wurden auf den Silikat-Trockenrasen in der Umgebung von Retz immer wieder Gehölzentfernungen (Schwendungen) und Beweidungsaktionen durchgeführt. Besonders Robinien aber auch andere Gehölze wie Rosensträucher können jedoch mit einmaligen Aktionen nicht vollständig eliminiert werden.
Deshalb wurden über das Schutzgebietsnetzwerk NÖ im Herbst 2016 wieder Schwendungen ermöglicht: Die Stadtgemeinde Retz organisierte unter fachlicher Begleitung von Dipl. Ing. Gabriele Bassler auf den Hügeln Gollitsch, Talberg, Kalvarienberg und bei der Windmühle die Nachpflege sowie die Erst-Schwendung am Parapluieberg. Ohne Gifteinsatz und mit viel Engagement der Stadtgemeinde, Freiwilligen und Flüchtlingen wurden mit Freischneidern und Motorsägen die Rosenranken und Robinien mechanisch entfernt.

Es profitierten wärme- und lichtliebende Arten der Trockenrasen. Unter anderen die Sand-Schwertlilie (Iris humilis subspezies arenaria), die Große Kuhschelle (Pulsatilla grandis) und die Smaragdeidechse (Lacerta viridis).

Regelmäßige Pflege unabdingbar

Da die Trockenrasen aufgrund der menschlichen Landnutzung entstanden sind, bedürfen solche Flächen einer regelmäßigen Pflege, damit sie ihren Artenreichtum behalten und nicht durch Gebüsche und Bäume überwachsen werden. Ein regelmäßiges Nachkontrollieren und Nachpflegen ist erforderlich und eine kontinuierliche Wiederaufnahme der Beweidung/Nutzung ist angestrebt. Auch weitere Hügel mit Trockenrasen im Europaschutzgebiet Westliches Weinviertel rund um Retz bedürfen der Pflege und Nutzung.

Projektdaten

Projektträger: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz
Auftragnehmerin: Stadtgemeinde Retz
Projektlaufzeit: August 2016 – Dezember 2016
betroffene Regionen: Weinviertel (im Gemeindegebiet von Retz)
betroffene Schutzgebiete: ESG Westliches Weinviertel, Handlungsfeld Trockenraseninseln im Weinviertel (BBSG Iris humilis ssp. arenaria (Sandschwertlilie) und Lacerta viridis (Samaragdeidechse))
TeilnehmerInnen: Freiwillige, professionelle Landschaftspfleger, Gemeindevertreter, Flüchtlinge, FachexpertInnen
Bewusstseinsbildung für Naturschätze im Projektgebiet über: Veranstaltungsbewerbung über die Gemeinde, Fachliche Erklärungen beim Pflegeeinsatz

Das Projekt ist ein Beitrag zum Schutzgebietsnetzwerks NÖ, das von der Energie- und Umweltagentur NÖ koordiniert wird.

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