Eichhörnchen: Flinke Akrobaten
Neugierige Knopfaugen, ein buschiger Schwanz und tolle Kletterkünste - wer freut sich nicht über den Anblick eines Eichhörnchens? Vor allem im Herbst sind die flinken Nager gut zu beobachten.
Sie flitzen durch Wälder und Gärten in ganz Niederösterreich. Als tagaktive Einzelgänger sind sie unermüdlich damit beschäftigt, Vorräte für den Winter anzulegen.
Mit Winterspeck in die Winterruhe
Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Das bedeutet, sie sind bei mildem Winterwetter aktiv, um ihre versteckten Nahrungsreserven zu suchen. Bei Kälte und Schnee können sie ihre Aktivität stark reduzieren und verbringen dann bis zu 20 Stunden am Tag schlafend in ihrem Nest.
Um für diese Zeit gerüstet zu sein, legen sie im Herbst tausende von Futterdepots an. Ihre Speiseplan ist vielfältig und umfasst Nüsse, Samen, Früchte und Pilze. Gelegentlich fressen sie auch tierische Kost. Dank ihres hervorragenden Gedächtnisses finden sie einen Großteil ihrer Verstecke wieder. Die vergessenen Samen tragen maßgeblich zur Verjüngung des Waldes bei, da aus ihnen neue Bäume und Sträucher wachsen.
Wussten Sie schon?
Spannende Fakten über Eichhörnchen:
- Meisterspringer: Eichhörnchen können aus dem Stand bis zu drei Meter weit springen.
- Multifunktionaler Schwanz: Der buschige Schwanz dient nicht nur als Balance- und Steuerhilfe, sondern auch als Schattenspender im Sommer und wärmende Decke im Winter.
- Mehrere Nester: Jedes Eichhörnchen besitzt und nutzt mehrere Haushalte, sogenannte Kobel, als Schlaf-, als Ruhe- und als Aufzuchtsorte.
- Saisonale Ohrpinsel: Die charakteristischen Haarpinsel an den Ohren sind im Winter deutlich länger und dienen als Kälteschutz.
Der Kobel: Kinderstube und Rückzugsort
Als Zuhause dienen den flinken Nagern kugelförmige Nester, die "Kobel" genannt werden. Diese kunstvollen Bauten aus Zweigen werden hoch oben in den Bäumen, meist nah am Stamm, errichtet und innen weich mit Moos, Gras und Blättern ausgepolstert.
Die Fortpflanzungszeit beginnt oft schon im Januar oder Februar. Nach einer Tragzeit von etwa 38 Tagen ringt das Weibchen 2 bis 5 Junge zur Welt. Häufig gibt es zwei Würfe pro Jahr, die vom Frühjahr bis in den Spätsommer im Kobel aufgezogen werden.
So können auch Sie Eichhörnchen unterstützen:
Mit einfachen Maßnahmen in Ihrem Garten können Sie den sympathischen Nagern unter die Arme greifen, damit sie gut durchs Jahr kommen.
Einen naturnahen Garten gestalten: Pflanzen Sie heimische Sträucher und Bäume wie Hasel- oder Walnussbäume. Belassen Sie Laub und kleine Reisighaufen als Versteckmöglichkeiten und erhalten Sie alte Bäume als wichtige Lebensräume.
Gefahrenquellen entschärfen: Decken Sie offene Regentonnen und Pools sicher ab. Verzichten Sie auf Pestizide und chemische Düngemittel. Netze, in denen sich Tiere verfangen können, sind ebenfalls gefährlich.
Ganzjährig zufüttern und Wasser anbieten: Besonders in Städten oder bei strengem Frost kann eine Futterstelle helfen. Geeignet sind Wal- und Haselnüsse, Bucheckern und Sonnenblumenkerne. Eine flache Schale mit frischem Wasser ist ebenfalls gerne gesehen.
Falsche Hilfe vermeiden: Bieten Sie Tieren niemals Wolle oder Wollreste als Nistmaterial an. Die Fasern können sich um die Gliedmaßen der Tiere wickeln und zu Verletzungen führen.
Wichtig: Umgang mit hilfsbedürftigen Tieren
Wenn Sie ein verletztes oder offensichtlich verwaistes Jungtier finden, setzen Sie es vorsichtig in eine Schachtel mit einer handwarmen Wärmequelle (z. B. eine mit einem Tuch umwickelte Wärmeflasche) und einer weichen Decke. Kontaktieren Sie eine Wildtierauffangstation in Ihrer Nähe oder eine Tierarztpraxis.