Auswirkungen von Solarparks auf Boden, Wasser, Klima und Luft
Ein aktuelles Gutachten aus Deutschland liefert neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Solarparks auf Biodiversität und Naturschutz.
Die Errichtung von Photovoltaikanlagen im Freiland beeinflusst verschiedenste Bereiche unserer Umwelt. Ein neues Fachgutachten (erstellt durch das Ingenieurbüro Feldwisch im Auftrag des Kompetenzzentrums für Naturschutz und Energiewende in Berlin) stellt nun den aktuellen Wissensstand über die Auswirkungen von klassischen Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Luft ausführlich dar.
Auswirkungen auf Boden, Wasser, Klima und Luft können während der Bauphase als auch während der Betriebsphase von PV-Anlagen entstehen. Das KNE fasst folgende, wichtigste Erkenntnisse auf seiner Website zusammen:
- Baubedingte Auswirkungen, wie etwa Bodenverdichtung und Erosion, können erhebliche und teilweise langfristige Beeinträchtigungen der Schutzgüter Wasser und Boden hervorrufen. Daher sollten Bodenschutzmaßnahmen frühzeitig berücksichtigt und durch eine bodenkundliche Baubegleitung fachlich begleitet werden.
- Der Bau eines Solarparks sollte nur bei ausreichender Vegetationsbedeckung und nicht in den bodenfeuchten Wintermonaten erfolgen. Eine geschlossene Vegetationsdecke verbessert die Versickerung, stabilisiert den Boden und verringert Erosionsrisiken. Aus Sicht des KNE ist eine geschlossene Vegetationsdecke eine zentrale Voraussetzung für einen naturverträglichen Anlagenbau. In Verbindung mit ausreichend trockenen Bodenverhältnissen können dadurch Bodenverdichtungen und Erosionsprozesse wirksam reduziert werden.
- Eine langfristige, fachgerechte Grünlandpflege ermöglicht nicht nur eine geschlossene Vegetationsdecke, sondern auch die Etablierung von artenreichem Grünland. Dies wiederum stellt eine Voraussetzung dar, um die Auswirkungen von Photovoltaikanlagen auf Pflanzen und Tiere zu verringern.
- Betriebsbedingte Auswirkungen sind insgesamt gering und können durch angepasste Pflege- und Wartungsmaßnahmen wirksam minimiert werden.
- Mit zunehmendem Überstellungsgrad steigt das Risiko lokaler Beeinträchtigungen der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Luft, etwa durch veränderte Niederschlagsverteilung oder lokale Erosionsprozesse. Deshalb ist ein möglichst geringer Überschirmungsgrad von besonderer Bedeutung.
- Die Überschirmung mit PV-Modulen kann lokal begrenzte Veränderungen des Mikroklimas verursachen.
- Eine landwirtschaftliche Folgenutzung nach dem Rückbau der Anlagen ist grundsätzlich möglich, wenn die im Gutachten dargestellten Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen während Bau, Betrieb und Rückbau konsequent umgesetzt werden.
Die Gutachter sind schließlich der Auffassung, dass mögliche negative Auswirkungen auf Boden, Wasser, Klima oder Luft durch Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen effektiv verringert werden können. Von Bedeutung ist jedenfalls, dass diese Maßnahmen an den jeweiligen Standort angepasst geplant und umgesetzt werden. Bodenschutzkonzepte für die Bauphase bzw. die Rückbauphase sollten aus diesem Grund bereits in der frühen Planungsphase mitgedacht werden.