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35 Jahre Nationalpark Podyjí: Grenzüberschreitender Naturschutz verbindet Österreich und Tschechien

Gemeinsam mit dem Nationalpark Thayatal schützt das grenzüberschreitende Schutzgebiet eine der wertvollsten Naturlandschaften Mitteleuropas.

Blick von der Hardegger Aussichtswarte ins Thayatal
Angrenzend an den Nationalpark Thayatal, feiert der tschechische Nationalpark Podyíi sein 35-jähriges Jubiläum.

Weite Wälder, lange Wanderwege, wunderbare Ausblicke und eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen – der tschechische Bruder des Thayatals, der Narodní park Podyjí, ist ein einzigartiges Schutzgebiet, welches direkt an den Nationalpark Thayatal anschließt. Der tschechische Nationalpark ist allerdings nicht nur um einiges größer als der österreichische, sondern auch älter – und heuer feiert er sein 35-jähriges Bestehen! Direkt an der Thaya gelegen, schützen die beiden Nationalparks Thayatal & Podyjí eine Natur, die keine politischen Grenzen kennt.

Nicht immer jedoch waren die Verhältnisse an der tschechisch-österreichischen Grenze so freundschaftlich wie jetzt. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs war das tschechische Grenzgebiet eine Sperrzone, die menschliche Aktivität so gut wie unmöglich machte. Was für die Bevölkerung beider Seiten der Grenze großes Leid bedeutete, wurde für die Natur eine Zeit des Aufatmens: frei von menschlichen Eingriffen entwickelten sich naturnahe Lebensräume, der Wald konnte sich ungestört entfalten.

Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und 1991 war es soweit: es wurde offiziell zum Nationalpark ernannt! Die Wildnis, die sich in der politisch schweren Zeit entwickeln konnte, zeigt sich heute: ein Teil der Kernzone des Nationalparks ist von der European Wilderness Society als Wildnis ausgewiesen und ist damit in Europa eine echte Seltenheit.

Radfahrer entlang des Eisenernen Vorhangs im Nationalpark Thayatal
Man kann die beiden Nationalparks auch am Rad gut erkunden, etwa entlang des Eisernen Vorhangs.

Unberührte Natur als beliebtes Ausflugsziel

Heute ist der tschechische Nationalpark ein Hotspot der Artenvielfalt: 152 Vogel- und 65 Säugetierarten sowie 77 besonders geschützte Pflanzenarten finden hier einen Lebensraum. Weitläufige Buchen-, Hainbuchen- und Eichenwälder prägen 84 % des Gebiets, ausgedehnte Heide- und Steppenlandschaften stellen eine echte Besonderheit dar und fehlen im österreichischen Teil des Nationalparks.

Der tschechische Nationalpark ist auch bei österreichischen Besucherinnen und Besuchern beliebt. Wandern, Radfahren oder einfach die Natur genießen – gemeinsam bieten die Nationalparks Thayatal & Podyjí ein über 100 km langes Wegenetz an, das auf tschechischer wie österreichischer Seite zum Erkunden einlädt.

Grenzüberschreitende Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Nationalparks Podyjí findet am 23. Mai in Čížov eine grenzüberschreitende Jubiläumsfeier mit Familienprogramm statt. Darüber hinaus bieten die beiden Nationalparks im Laufe des Jahres mehrere gemeinsame Veranstaltungen an:

Die Programme bieten damit nicht nur Naturerlebnisse, sondern geben auch Einblicke in die bewegte Geschichte der Region und die Entwicklung des grenzüberschreitenden Naturschutzes.

Gemeinsamer Naturraum ohne Grenzen

Auch wenn die politische Grenze weiterhin besteht, zeigt sich im Alltag der Nationalparks, dass Natur keine Grenzen kennt. Die Kooperation zwischen dem Nationalpark Thayatal und dem Nationalpark Podyjí gilt heute als Beispiel für erfolgreiche internationale Zusammenarbeit im Naturschutz: gemeinsame Forschung, Veranstaltungen, Besucheraufsicht und grenzüberschreitendes Wandern und Radfahren.

Das Jubiläumsjahr bietet damit nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch die Möglichkeit, diese besondere Partnerschaft und die gemeinsame Verantwortung für einen einzigartigen Naturraum sichtbar zu machen.