Wespenspinne im Vormarsch: Aufruf zur Naturbeobachtung

Wespenspinnen schauen gefährlicher aus, als sie es sind. Der Naturschutzbund ruft zur Meldung von Sichtungen auf.

Wespenspinne in ihrem Netz mit Grashalmen im Hintergrund

Die ursprünglich mediterrane Wespenspinne ist heute in ganz Mitteleuropa verbreitet und hat derzeit Hochsaison.

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) gehört zur Familie der Radnetzspinnen und zumindest die Weibchen geben sich "gefährlicher" aus, als sie es sind. Durch ihren gelb-weiß-schwarz gestreiften Hinterleib erinnern sie schnell an Wespen. Jedoch ist diese Art für den Menschen ungefährlich. Der Vorderleib der Spinne ist silbrig-weiß und namensgebend. Argiope ist nämlich eine mythologische Figur, die Frau mit dem weißen Gesicht. Die deutlich kleineren Männchen sind am Hinterleib verwaschen gelblich-braun gefärbt.

Mediterrane Wespenspinne im Vormarsch

Eigentlich eine mediterrane Art, hat sich die Wespenspinne durch steigende Temperaturen und genetische Anpassungen heutzutage in ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Bevorzugte Lebensräume sind unbewaldete Gebiete mit niedriger Vegetation wie Wiesen, Böschungen oder Ackerrandstreifen.

Nicht-wählerische Feinschmecker mit Netz

Auch in der Nahrungswahl sind Wespenspinnen nicht wählerisch. Von Heuschrecken über Schmetterlinge über kleine Fliegen wird alles gefressen. Der Beutefang erfolgt mit bodennahen Radnetzen, für die ein gesponnenes Zick-Zack-Band typisch ist. Diese werden auch "Stabilimente" genannt. Die Beute wird zuerst in einen Kokon gewickelt und dann mit dem Giftbiss getötet. Die komplette Funktion der "Stabilimente" ist noch ungeklärt. Möglich wären sie zur Tarnung der Wespenspinne, dem Anlocken von Beute oder auch zum Sammeln von Trinkwasser.

Spinnenbalz mit oft tödlichem Ende

Die Balz startet mit Ende Juni. Dabei zupfen die Männchen an den Netzrändern und nähern sich den Weibchen. Ist dieses zur Vermehrung bereit, bleibt es ruhig und hebt leicht den Körper an. Manchmal werden die Männchen bei der Kopulation eingesponnen. Hier überlebt man nur, wenn man innerhalb der ersten zehn Sekunden flieht. In siebzig Prozent der Fälle sterben die Männchen. Im Spätsommer sind die braunen, kugelförmigen Ei-Kokons zu sehen, im Volksmund auch "Tabaksbeutel" genannt. Die Weibchen sterben nach der Eiablage. Die Jungtiere überwintern und schlüpfen im Frühjahr, somit handelt es sich hier um eine einjährige Art.

Aufruf zu Meldung von Sichtungen

Derzeit wird die Verbreitung und Vorkommensdichte der Wespenspinnen stark erforscht. Daher ruft der Naturschutzbund Österreich gemeinsam mit der Spinnen-Expertin Maria Zacherl dazu auf, Spinnenbeobachtungen auf www.naturbeobachtung.at oder in der gleichnamigen App zu melden.

Derzeit haben die Wespenspinnen Hochsaison - daher ab zum Handy und raus in die Natur!