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Was tun, wenn im Naturland ein Unwetter aufzieht?

Wer in der Natur von einem Gewitter überrascht wird, sollte ein paar Grundregeln beachten. Nicht alle gut gemeinten Ratschläge schützen.

Unwetter mit Starkregen

Bei einem aufziehenden Unwetter in der Natur sollte man sich so schnell wie möglich einen Unterschlupf suchen.

Das Wetter kann sehr schnell wechseln. Gerade im Gebirge ziehen Gewitter und Sturm oft innerhalb von Minuten über den nächsten Gipfel. Wenn im Naturland schlechtes Wetter im Anmarsch ist, sollte man die wichtigsten Verhaltensregeln kennen.

Die größte Gefahr geht von Blitzschlägen aus

Blitze bringen es auf Temperaturen bis zu 30.000 Grad und Stromstärken bis zu 400.000 Ampere und sind eine tödliche Gefahr. In einem Umkreis von 30 Metern kann ein Blitzeinschlag zu gravierenden Verletzungen führen. Wer beim Wandern von einem Gewitter überrascht wird und es nicht mehr bis zur nächsten Hütte schafft, sucht sich eine Mulde und nimmt dort eine hockende Haltung ein. Schützen Sie den Kopf mit den Händen, stellen Sie die Füße nebeneinander und versuchen Sie, dem Blitz so wenig Angriffsfläche wie möglich zu geben. Isolierende Unterlagen wie Rucksack, Rettungsdecken, Isomatte oder Kletterseil verringern die Gefahr noch weiter.

Bäume bieten keinen Schutz

„Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen“. Gleich vorweg: Vergessen Sie diesen Spruch! Ein Blitz schlägt nicht in bestimmte Baumarten ein, sondern sucht sich Bäume, die exponiert stehen. Das berühmte Körnchen Wahrheit: Buchen bilden meist geschlossene Bestände, während Eichen gerne als Einzelbaum in der Landschaft stehen. Aber eben nicht nur Eichen… Stellen Sie sich daher niemals unter einen Baum oder andere Objekte wie Türme, Strommasten, Laternen oder Masten und halten Sie zumindest 10 Meter Abstand.

Am Wasser herrscht absolute Lebensgefahr

Wer etwa beim Bootfahren, Segeln oder Schwimmen von einem Unwetter überrascht wird, muss das Gewässer sofort verlassen. Als höchste Erhebung am Wasser bietet man dem Blitz einen idealen Punkt einzuschlagen. Übrigens ist auch ein aufgespannter Regenschirm eine Einladung für einen Blitz.

Blitze am Nachthimmel

Blitze bringen es auf Temperaturen bis zu 30.000 Grad und Stromstärken bis zu 400.000 Ampere und sind damit eine tödliche Gefahr.

Raus aus der Natur – zumindest bei einem Gewitter

Wer es noch rechtzeitig in einen Unterstand schafft, ist in Sicherheit. Geschlossene Räume bieten ausreichend Schutz. Vorsicht ist jedoch bei Rohren oder anderen metallischen Verbindungen von außen in das Gebäude geboten. Sie dürfen bei Gewitter auf keinen Fall berührt werden. Auch Autos schützen vor Blitzen. Der nach einem englischen Physiker benannte Faraday’sche Käfig leitet die Energie über die metallene Außenhaut in den Boden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Fenster geschlossen sind. Fahr- und Motorräder bieten diesen Schutz übrigens nicht. Hier lautet die Devise: Stehen bleiben und absteigen!

Metall leitet elektrische Energie besonders gut

Metallene Gegenstände wie Stöcke, Pickel oder auch das Mountainbike ziehen Blitze zwar nicht an, sie sind aber gute elektrische Leiter. Ragt der Pickel auf dem Rucksack als spitze Erhebung über den Körper hinaus, ist das ein potenzieller Einschlagpunkt. Während eines Gewitters sollten metallene Gegenstände gut weggepackt oder in einigem Abstand ablegt werden. Besondere Vorsicht gilt auf Klettersteigen. Das Drahtseil wirkt wie ein überdimensionaler Blitzableiter. Bietet das Gelände die Möglichkeit, vom Seil wegzukommen, sollte man das tun.

Information ist alles

Telefonieren mit einem Mobiltelefon während eines Gewitters ist ungefährlich. Vorsicht sollte man bei kabelgebundenen Festnetz-Telefonen walten lassen. Im Zeitalter des Smartphones ist es besonders leicht, Wanderungen und Bergtouren vorher genau zu planen. Machen Sie sich ein Bild von der lokalen Wettersituation und planen Sie die Tour so, dass Sie im Notfall einen Unterschlupf finden.

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