Wasserhahn

Was tun bei zu viel Keimen im Trinkwasser?

Generell gilt es, zuerst die Ursachen der Verkeimung herauszufinden und durch vorsorgende Maßnahmen zu unterbinden.

Schon bei der Errichtung ist auf den richtigen Standort des Wasserspenders und auf die richtige bauliche Ausführung zu achten. Vorsorgende Maßnahmen können die Entfernung der Verschmutzungsursache, aber auch die Vermeidung des weiteren Schadstoffeintrages in die Trinkwasseranlage durch Festlegen eines Schutzgebietes sein. Nur wenn vorsorgende Maßnahmen im Einzugsgebiet nicht möglich sind, ist als nächster Schritt eine Aufbereitung zu überlegen. Eine Aufbereitung bringt stets auch Kosten- und Zeitaufwand für Wartung und Kontrollen.

Mikrobiologische Verunreinigungen im Trinkwasser können durch Einflüsse im Einzugsgebiet des Wasserspenders oder durch bauliche Mängel am Brunnen oder der Quelle selbst bedingt sein. Während die bauliche Sanierung einer Wasserversorgungsanlage in vielen Fällen auch mit überschaubarem Aufwand zu einer Verbesserung der Wasserqualität führt, sind negative Faktoren im Einzugsgebiet oft nur schwierig (z. B durch Festlegen eines Schutzgebietes oder mittels privater Verträge) zu beeinflussen. Wenn die Belastung durch Mikroorganismen höher ist als in der Trinkwasserverordnung erlaubt, hat das häufig seine Ursachen in baulichen Mängeln.

Stagnation

Lange Verweilzeit des Wassers im Hausleitungssystem verschlechtert die bakteriologische Qualität des Wassers. Achten Sie daher auf eine regelmäßige Wasserentnahme und vermeiden Sie Totleitungen und Entnahmestellen, die nicht genutzt werden. Je kürzer das Leitungsnetz, desto besser! Dimensionieren Sie im Einfamilienhaus die Warmwasserbehälter und Rohre so, dass maximal der Tagesbedarf bereitgestellt ist. Prüfen Sie den Vordruck im Membrankessel bzw. Windkessel. Ein richtig eingestellter Vordruck verhindert Stagnationswasser im Kessel.

Notmaßnahme Abkochen

Bei kurzfristigen Verunreinigungen des Wassers kann es als Notmaßnahme auch abgekocht werden. Die Ursachen der Verschmutzung sind aber umgehend zu beseitigen oder eine der genannten Desinfektionsmaßnahmen zu treffen. Wichtig ist dabei, das Wasser mindestens drei Minuten wallend kochen zu lassen.

Einmalige Objektdesinfektion

Ist die Qualität des Trinkwassers mangelhaft, müssen zuerst die Ursachen für die Verschmutzung beseitigt werden. Kontrollieren Sie den Wasserspender einschließlich Umfeld und führen Sie nötige Sanierungsarbeiten durch. Erst wenn die Ursachen der Verschmutzung beseitigt und die baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind, ist eine einmalige Objektdesinfektion durchzuführen.

Hier finden Sie genaue Anleitungen.

Wasseraufbereitung

Aufbereitungsgeräte bedürfen einer sorgfältigen Auswahl und ständigen Kontrolle sowie periodischer Wartungsarbeiten, um die entsprechende Wirkung zu erzielen und das Trinkwasser nicht mit unerwünschten Stoffen oder Keimen zu belasten. Im Einzelhaushalt wird dies nach dem Ankauf häufig vergessen bzw. der Wartungsaufwand unterschätzt. Schlecht gewartete Aufbereitungsgeräte neigen zu Verkeimungen. Erhöhte Verkeimungsgefahr besteht auch durch zu hohe Temperaturen am Aufstellort bei sogenannten „Unter Tisch-Geräten“, die oftmals in Küchenzeilen eingebaut werden oder bei langen Standzeiten etwa in Wochend- und Ferienhäusern.  

Bei am Markt angebotenen Wasserfiltern verstecken sich oft mehrere Aufbereitungsverfahren hintereinander. Solche Mehrfachkartuschen-Filtersysteme, die meist in der Küche installiert werden und gegen viele Dinge gleichzeitig wirken, können die Wasserqualität verschlechtern (Bakterien, Nitrit). Demgegenüber sind Schutzfilter zur mechanischen Filtration von ungelösten Wasserinhaltstoffen, wie z.B. Sand und Rostpartikel, zu empfehlen.

Beachten Sie die Betriebsanleitung, die Sie von Ihrem Installateur oder Ihrer Installateurin für den Betrieb und die Kontrolle Ihres Aufbereitungsgerätes erhalten haben. Bakteriologische Kontrolluntersuchungen (inkl. Pseudomonas aeruginosa) nach dem Gerät sind unmittelbar nach der Installation und regelmäßig im Betrieb zu empfehlen. Der Betrieb eines Aufbereitungsgerätes garantiert nicht unbedingt einwandfreie Trinkwasserqualität. Vielmehr ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, deren Kosten und Zeitaufwand in die Anschaffungsüberlegungen einzubeziehen sind.