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Muss ich auf meinem Gehsteig Schnee räumen?

Ja! Im Siedlungsgebiet müssen Gehsteige bei Schneefall zu bestimmten Zeiten geräumt werden.

Gehwege und Gehsteige im Siedlungsgebiet müssen zwischen 6.00 und 22.00 Uhr begehbar sein und von den EigentümerInnen der Liegenschaften geräumt und gestreut werden. Wenn kein Gehsteig vorhanden ist, muss der Straßenrand in 1m Breite freigelegt werden.

Salz schadet der Umwelt

Wenn Frau Holle ihre Decken schüttelt, beginnt auch die Zeit des Schneeräumens auf Gehsteigen und Wegen. Häufig kommt dabei neben Schneeschaufel und Besen auch Chemie zum Einsatz, wie zum Beispiel Streusalz.
Salzstreuen ist besonders beliebt, weil es unkompliziert und zeitsparend ist, doch das Auftaumittel hat sehr viele Nachteile. Streusalz verliert seine auftauende Wirkung bei Temperaturen ab etwa -10 °C, schadet Bäumen, Tierpfoten und Autokarosserien und belastet Gewässer sowie Grundwasser. Außerdem führt die Verwendung von Streusalz zu erhöhter Aminosäurekonzentration in den Blättern von Bäumen, was wiederum zu Blattlausbefall führen kann.

In vielen Gemeinden und Städten gilt sogar ein Salzstreuverbot. Salz darf nur unter bestimmten Bedingungen verwendet werden. Meist  genügen die mechanische Räumung und das Streuen von Splitt oder Sand.

Verwenden Sie Auftaumittel nur an gefährlichen Stellen, Treppen oder Rampen und bei Glätte. Achten Sie auf die Dosierung. Die erforderliche Menge ist 1 bis 2 Teelöffel/m2 oder 10 bis 15 g/m2. Beim händischen Ausbringen wird meist überdosiert.

Unser Naturland-Tipp

Das effizienteste Mittel gegen Unfälle auf Gehwegen ist das schnelle und gründliche Entfernen des frisch gefallenen Schnees. Häufig reicht hier eine einfache Räumung mit Besen oder Schneeschieber. Sollte es dennoch rutschig sein, verwenden Sie am besten Splitt aus Dolomit oder Basaltgestein. An besonders gefährlichen Stellen, wie Treppen und Stiegen, kann beispielsweise Kaliumcarbonat, das auf Blähton aufgetragen wird, eingesetzt werden. Denn hier ist das Auftaumittel genau dosiert und gezielt eingesetzt und der Blähton bietet zusätzlich eine mechanische Rutschhemmung.

Aufschriften auf Streusalzpackungen wie „schont Hundepfoten“, „schädigt keine Bäume oder Pflanzen“ oder „salzfrei“ sind reine Werbung und nicht realistisch.

Das sagt das Gesetz

Passiert durch schlechte oder fehlende Räumung etwas, können HausbesitzerInnen für Schäden haftbar gemacht werden. Die Schuldfrage klärt in jedem Fall ein Gericht. Wer aber gründlich geräumt und bei Glätte auch gestreut hat, hat gute Chancen im Schadensfall nicht belangt zu werden. HausbesitzerInnen sind übrigens auch dafür verantwortlich, das Dach von Schneelast und Eis zu befreien. Warnschilder vor Dachlawinen aufzustellen gilt lediglich als Sofortmaßnahme, ist aber kein Ersatz für eine Räumung. Manche Gemeinden und Städte haben eine Winterdienstverordnung. Diese regelt die Räumzeiten und Räumbreiten sowie die eingesetzten Streumittel. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde!

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