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Brauchen junge Wildtiere meine Hilfe?

In den meisten Fällen nicht.

Jungtiere in der Natur wecken bei vielen Menschen den „Beschützer-Instinkt“. Die gut gemeinte Hilfe kann aber in vielen Fällen zum Tod der Jungen führen. Die Pflege tatsächlich verletzter oder kranker Wildtiere ist absolute Spezialistensache!

Unser Naturland-Tipp

Im Frühjahr bringen viele Tierarten ihre Jungen zur Welt. Doch sind scheinbar verlassene Feldhasen oder am Boden herumhüpfende Jungvögel tatsächlich verlassen und hilfsbedürftig?

Für viele Jungtiere ist es normal, auf die elterliche Hilfe und Fütterung zu warten. Rehkitze werden nur zweimal am Tag von der Mutter gesäugt und auch junge Feldhasen sitzen die meiste Zeit allein im Nest. Das klingt für uns Menschen barbarisch, ist aber in der Natur selbstverständlich. Finden Sie solche Tiere in freier Wildbahn, sollten Sie sich unbedingt sofort entfernen. Eine Annäherung oder gar das Berühren der Tiere kann zu unnötigem Stress führen. Der menschliche Geruch kann bei Rehen und Hasen sogar dazu führen, dass das Muttertier den Nachwuchs nicht mehr annimmt und das Jungtier dem Tod geweiht ist.

Das Berühren junger Vögel ist aufgrund des fehlenden Geruchssinnes kein Problem. Dennoch handelt es sich bei scheinbar verlassenen Jungvögeln meist um sogenannte Ästlinge, die am Boden ihre ersten Flugversuche machen. Sie können eigenständig stehen und werden von den Eltern auch am Boden gefüttert. Werden noch nicht selbständige Nestlinge am Boden gefunden, sind sie meist aus dem Nest gefallen. Sie werden von den Eltern nicht mehr gefüttert. In diesem Fall kann man den Vogel ins Nest zurücklegen.

Bei offensichtlich verletzten oder kranken Tieren ist unbedingt professionelle Hilfe notwendig. Starten Sie auf keinen Fall eigene Aufzucht- oder Heilungsversuche, sondern wenden Sie sich an eine kompetente Stelle. Auch die Fütterung von Wildtieren ist fachkundigen Menschen zu überlassen. Ungeeignetes Futter kann zum Tod der Tiere führen.

Das sagt das Gesetz

Wildtiere sind vor dem Gesetz „herrenlos“, was aber keineswegs bedeutet, dass man sie einfach mitnehmen kann. Jagdbare Arten wie Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase oder Fuchs, aber auch Enten und Fasane unterliegen dem NÖ Jagdgesetz. Für sie ist der/die für den jeweiligen Bezirk zuständige Jagdausübungsberechtigte zuständig. Ihm/ihr bzw. der Polizei müssen daher auch kranke oder verletzte Tiere unverzüglich gemeldet werden. Eine Mitnahme solcher Tiere kann als Wilderei geahndet werden.

Für nicht jagdbare Arten gelten die Bestimmungen im NÖ Naturschutzgesetz, wonach freilebende Tiere nicht mutwillig beunruhigt, verfolgt, gefangen, verletzt, getötet, verwahrt oder entnommen werden dürfen (§ 17, Absatz 3). Auch das Füttern größerer Wildtiere im Wald (im Speziellen von Rehwild und Schwarzwild) ist nach dem NÖ Jagdgesetz nicht gestattet.

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