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Gibt es in NÖ Giftpflanzen?

Sie blühen in den schönsten Farben und besitzen oft prächtige Früchte. Doch Vorsicht, auch bei uns gibt es Pflanzen, von denen zumindest bestimmte Teile so giftig sind, dass sie dem Menschen gefährlich werden können.

Bärlauchwiese am Eichkogel

Unser Naturland-Tipp

Die heimische Pflanzenwelt kennt viele Arten, die sich gegen Fressfeinde erfolgreich zur Wehr setzen. Neben Stacheln und Dornen dienen vor allem giftige Inhaltsstoffe zur Verteidigung. Die ganze Pflanze oder einzelne Teile können einem Angreifer heftig im Magen liegen.

Beim Sammeln von Wildkräutern ist Vorsicht geboten. Im Frühjahr  durchzieht ein intensiver Duft nach Knoblauch feuchte Wälder und Auen. Er stammt vom Bärlauch, der ein beliebtes Wildkraut ist und seinen Weg in Suppen, Aufstriche und Pestos findet. Gegen Ende der Bärlauch-Saison kann sich aber das ähnlich aussehende Maiglöckchen darunter mischen. Diese Pflanze ist giftig und kann zu Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall sogar zum Tod führen. Die Blätter können leicht mit denen des Bärlauchs verwechselt werden. Die Nadeln von Tannen oder Fichten werden gerne für Hustensaft verwendet. Hier besteht Verwechslungsgefahr mit den ähnlich aussehenden, sehr giftigen Nadeln der Eibe.

Bei vielen Pflanzen macht die Dosis das Gift. Eine beliebte Gartenpflanze ist der Blaue Eisenhut, der mit seinen intensiv blau gefärbten Blütenständen eine Augenweide ist. Die gesamte Pflanze ist jedoch giftig und kann schon beim Kontakt mit der Haut zu Reaktionen in Form von Wärmegefühl und Brennen führen. Die Einnahme von Pflanzenteilen kann beim Eisenhut fatale Folgen haben, die von Schwindel über Krämpfe bis zu Lähmungserscheinungen mit letalem Ende reichen. Bei entsprechend geringer Dosierung haben die Inhaltsstoffe des Blauen Eisenhut hingegen medizinische Wirkung bei Herzerkrankungen.

Nicht alles, was bunt ist, schmeckt auch gut. Vor allem für Kinder haben bunte Früchte oft eine magische Anziehungskraft. Bei vielen der heimischen Giftpflanzen sind es aber genau diese Pflanzenteile, die besonders gefährlich sind.  Die schwarz glänzenden Beeren der Tollkirsche oder der Einbeere, die rot leuchtenden Trauben des Seidelbastes oder die an eine Bischofsmütze erinnernden rosa gefärbten Früchte des Pfaffenhütchens sollte man besser nicht essen.

Manche Pflanzen reagieren schon auf einfache Berührungen. Bei manchen Pflanzen reicht schon der Kontakt mit der Pflanze oder dem Milchsaft, um eine Reaktion zu zeigen. Weithin bekannt ist der brennende Schmerz, den Brennnesseln auf der Haut verursachen. Ist diese Pflanze für den Menschen harmlos, kann hingegen der Kontakt mit dem zu den Doldenblütlern gehörenden Wiesen-Bärenklau starke Hautreizungen zur Folge haben. Dieffenbachie, Weihnachtsstern und Gummibaum sind beliebte Zierpflanzen, bei denen vor allem der Milchsaft in den Blattstängeln und der Rinde zu Hautreizungen und Übelkeit führen kann.

Was tun bei Vergiftungen?

Treten nach dem Kontakt mit oder dem Genuss von Pflanzen Vergiftungserscheinungen auf, ist unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin bzw. der Rettungsdienst zu verständigen. Um die richtigen Gegenmaßnahmen setzen zu können,  ist es notwendig, die jeweilige Pflanze oder zumindest Teile davon mitzubringen oder ein aussagekräftiges Foto davon zu machen. Wichtig sind auch Angaben über die verzehrte Menge und darüber, welche Pflanzenteile eingenommen wurden. Als Maßnahme zur Ersten Hilfe kann medizinische Kohle eingenommen werden, durch die im Körper vorhandene Giftstoffe gebunden werden. Unbedingt abzuraten ist, bei der betroffenen Person Erbrechen auszulösen, weil es dadurch zu Verätzungen in der Lunge kommen kann.

Grundsätzlich sollten Pflanzen und deren Teile nur dann gegessen werden, wenn man sich absolut sicher ist, dass sie auch genießbar sind.

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