Grenzüberschreitender Waldschutz

Das INTERREG-Projekt ConNat AT-CZ soll die Situation der Wald-Biodiversität in Niederösterreich und Tschechien verbessern.

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Bei einem Treffen zum Thema „Lebensraum Wald“ mit FachexpertInnen aus Tschechien und Österreich im Stift Altenburg ging es um Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Ländern.

(18.11.2020) Bei einem Treffen zum Thema „Lebensraum Wald“ mit FachexpertInnen aus Tschechien und Österreich im Stift Altenburg ging es um Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Ländern, um die Betreuung von Schutzgebieten zu optimieren. Der Naturverjüngung kommt dabei große Bedeutung zu.

Waldviertler Naturwald

Der Forstbetrieb von Stift Zwettl hat schon früh erkannt, dass reine Fichtenbestände keine Zukunftsperspektive vor allem in Zusammenhang mit dem fortschreitenden Klimawandel sind. Da heute noch keiner weiß, wie genau der „klimafitte“ Wald aussieht, wurden im gesamten Gebiet Aufforstungen mit möglichst vielen verschiedenen Baumarten durchgeführt. So sind genügend Samenträger für zukünftige Naturverjüngung vorhanden. Ein Teil des Waldes wurde ganz aus der Nutzung genommen, um hier der natürlichen Dynamik Raum zu geben.

Licht in den dunklen Wald

Im Landschaftsschutzgebiet Palava - Pöllauer Berge bei Mikulov in Tschechien geht es vor allem um Maßnahmen, gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel den Apollofalter zu fördern und ihren Lebensraum zu erhalten. Windwurf und bewusst angelegte Lichtungen bringen Sonne in den sonst sehr schattigen Wald und erhöhen die Artenvielfalt. Artenreiche Wiesenstreifen an den Forstwegen halten das Wild von den jungen Bäumen fern und bieten Insekten wertvollen Lebensraum.

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Im einzigen österreichischen Wildnisgebiet am Dürrenstein gibt es überhaupt kein Waldmanagement.

Wald ohne Wirtschaft

Im einzigen österreichischen Wildnisgebiet am Dürrenstein gibt es überhaupt kein Waldmanagement. Die natürliche Dynamik zeigt hier eindrücklich das Potenzial der Naturverjüngung. Werden zum Beispiel bei der künstlichen Aufforstung pro Hektar rund 2.500 Bäume gesetzt, gibt es bei der Naturverjüngung Millionen von natürlichen Samen, von denen Tausende keimen und sich so konkurrenzstarke Exemplare durchsetzen.

Kahlschlag fördert holzzersetzende Arten

Das tschechische Forschungsinstitut Tarouca beschäftigt sich mit natürlichen Störungen in Wäldern tiefer Lagen speziell im Nationalpark Podyji-Thayatal. Hier erfolgte auch schon vor der Erklärung zum Nationalpark durch die Lage im Grenzstreifen seit 1951 keine Nutzung mehr. Nach starken Eisbrüchen im Jahr 2014 wurden größere Flächen des Waldes zerstört. Daraufhin wurde beobachtet, wie sich die Pflanzenvielfalt auf den gestörten Flächen ohne Eingriff des Menschen entwickelt. Es konnten unter anderem positive Auswirkungen auf holzzersetzende Arten festgestellt werden.