Zustand der Donau wird besser

Eine internationale Untersuchung zeigt Erfolge auf. Es gibt aber auch Verbesserungspotentiale.

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Dr. Thomas Friedrich (BOKU), Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Dr. Anne Hartmann (BOKU) und Staatssekretär Magnus Brunner freuen sich über den guten Zustand der Donau.

(11.08.21/ MF) Im Rahmen des sogenannten "Joint Danube Survey 4" waren 2019 und 2020 alle 14 Donauländer und über eintausend Experten im Einsatz. Nun liegt der Endbericht vor und kommt zu einem positiven Ergebnis. Der Zustand der Donau hat sich im Vergleich zur letzten Untersuchung verbessert.

Die Gewässerstruktur ist oft unzureichend

Für einen großen Fluss ist die Donau in einem guten Zustand. Der Bericht für den österreichischen Teil zeigt die Früchte der Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der heimischen Gewässer. Er legt aber auch offen, dass vor allem bei der Struktur noch einiges getan werden muss. Die aktuellen Ergebnisse fließen in die Maßnahmenplanung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans ein.

Neue Methoden wurden angewandt

Über tausend ExpertInnen haben die Donau nach einheitlichen Methoden untersucht. Das Programm reichte von Biologie und Chemie bis hin zur Erfassung der Struktur und Lebensräume. Neue Spezialuntersuchungen wie eDNA und Screenings kamen erstmals zum Einsatz, um invasive Arten, Mikroplastik, Antibiotikaresistenz und potentiell gefährliche Stoffe zu erfassen. 50 verschiedene Fachthemen wurden untersucht und finden sich in dem 562 Seiten umfassenden Endbericht wieder.

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Der Zustand der Donau hat sich in den letzten Jahren verbessert. Mängel gibt es vor allem bei der Gewässerstruktur.

Fremdarten und Klimawandel sind die Hauptprobleme

2.400 chemische Substanzen wurden gezielt untersucht, davon wurden 580 im Wasser festgestellt. Allerdings überschreiten nur wenige davon die Grenzwerte. In der gesamten Donau wurde mit 73 Fischarten das fast vollständige natürliche Artenspektrum festgestellt, in Österreich waren es 40 Arten. Trotzdem ist der Zustand der Fischfauna aufgrund zu geringer Dichten nicht zufriedenstellend. Ein deutliches Verbesserungspotential besteht demnach bei der Qualität der Lebensräume. Zusätzlich ist ein deutlicher Einfluss auf die Artengemeinschaften durch einwandernde Fremdarten und Effekte des Klimawandels festzustellen.

Erstmals auch Untersuchungen zu Mikroplastik

Erstmals wurde das Vorkommen von Mikroplastik im Donausediment und in Muscheln untersucht. Mikroplastikpartikel sind zwar nur in geringer Konzentration, dafür aber überall zu finden. Die erhobenen Daten sind Basis für künftige Untersuchungen und ein deutlicher Appell, die bestehenden Maßnahmen zur Plastikvermeidung fortzuführen. Die wirbellosen Tiere und auch Pflanzen zeigen, dass bei chemischen Verunreinigungen und Nährstoffkonzentrationen deutliche Verbesserungen verzeichnet werden konnten. Es bestehen nur noch lokale Probleme.

Das Projekt JDS 4

Seit 2001 führt die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) alle sechs Jahre diese donauweite Überwachung durch. Von den insgesamt 51 Messstellen liegen 5 in Österreich: Jochenstein (gemeinsam mit Deutschland), Enghagen, Oberloiben, Klosterneuburg und Hainburg. Österreich leistet wesentliche Beiträge zur Organisation, Finanzierung und Kommunikation und steuert viele international anerkannte Expertinnen und Experten bei.