Wespenart wiederentdeckt

Die Rotstirnige Dolchwespe galt seit mehr als 100 Jahren in Österreich als verschollen.

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Die Rotstirnige Dolchwespe galt in Österreich seit über 100 Jahren als verschollen.

(20.08.21/ MF) Die Rotstirnige Dolchwespe (Megascolia maculata) ist mit bis zu 4,2 Zentimetern Körperlänge die größte Wespenart Europas. Seit 1893 konnte sie in Österreich nicht mehr nachgewiesen werden. Einzelne Exemplare finden sich in der wissenschaftlichen Sammlung des Naturhistorischen Museums.

Großer Erfolg für Citizen Science

Nun ist es den Museumsforscherinnen Sabine Schoder und Dominique Zimmermann sowie der Biologin und Naturfotografin Sylvia Wanzenböck gelungen, ein neues Vorkommen zu bestätigen. 2019 hat Citizen Scientist Günter Gaß aus Hohenau an der March im Garten seines Hauses diese Art beobachtet und dem Museum gemeldet. Da die Wespen nur eine relativ kurze Zeit zu beobachten sind, gelang die Bestätigung des Vorkommens erst 2020.

Klimawandel begünstigt die Ausbreitung

Die Rotstirnige Dolchwespe hat einen auf der Oberseite auffällig gelb bis orangerot gefärbten Kopf und einen schwarzen Körper mit gelber Zeichnung. Die Weibchen besitzen einen Stachel, sind jedoch sehr friedlich. Die Art bildet keine Völker, jedes Weibchen versorgt seinen Nachwuchs selbst. Sie bevorzugt trockenwarme Biotope und kommt vor allem im Süden Europas häufig vor, etwa in Italien und Griechenland. Im Osten Niederösterreichs findet sie geeignete warme Standorte. Auch die warmen Sommer der letzten Jahre begünstigen die Ausbreitung. 

Naher Verwandter ist häufig zu beobachten

Die Tiere fressen Nektar und bevorzugen blaue und rotblaue Blüten. Ihren Nachwuchs versorgen die Wespen mit Larven des ebenfalls in der Gegend vorkommenden Nashornkäfers (Oryctes nasicornis). In Österreich häufig anzutreffen ist die nah verwandte Borstige Dolchwespe (Scolia hirta), die ebenfalls einen schwarzen Körper mit gelber Zeichnung hat, jedoch mit schwarzem Kopf und deutlich geringerer Körpergröße.

Meldungen von Vorkommen erwünscht

Um die Wissenschaft mit Sichtungen der Rotstirnigen Dolchwespe zu unterstützen, können weitere Funde gerne mit Foto und unter Bekanntgabe des Fundorts dem Naturhistorischen Museum Wien gemeldet werden. Kontakt: NHM Wien, Dominique Zimmermann