Wenn es dunkel wird im Naturland

Die Nacht hat eine besondere Faszination. In der Finsternis nehmen unsere Sinne die weniger grellen Facetten der Natur wahr. Für Nachtschwärmer gibt es ein vielfältiges Programm.

Sternenhimmel

Niederösterreichs Naturland bietet noch einige Plätze, an denen fern von Lichtverschmutzung der Sternenhimmel zu bewundern ist.

Großmugl im Weinviertel ist ein verschlafenes Dorf. Trotzdem oder gerade deshalb ist es für die Beobachtung des Sternenhimmels mit freiem Auge besonders gut geeignet. In klaren Nächten trübt keine Lichtverschmutzung den Blick ins Weltall.

Das Dorf an der Milchstraße

Grund genug für die Gemeinde „Großmugl an der Milchstraße“, einen 20-minütigen Themenweg auszuweisen, bei dem man über den Nachthimmel informiert wird. Es gab sogar Bestrebungen, den Sternenhimmel über Großmugl zum Weltkulturerbe zu erklären, die bislang nicht von Erfolg gekrönt waren. Was beim Ausflug ins All nicht fehlen sollte, ist eine Taschen- oder Stirnlampe. Die Kuffner-Sternwarte in Wien bietet außerdem in der Gemeinde Grossmugl Veranstaltungen rund um das Thema Astronomie an.

Der Griff nach den Sternen

Wer den Sternenhimmel näher betrachten möchte, dem sei der Besuch einer der niederösterreichischen Sternwarten empfohlen. Die NÖ Volkssternwarte in Michelbach wurde im Jahr 2000 eröffnet. Betrieben wird sie vom Verein ANTARES, der regelmäßig öffentliche oder private Führungen, ein monatliches Vereinstreffen und ein jährlich stattfindendes Teleskoptreffen organisiert.

Die Volkssternwarte in Traiskirchen besteht seit dem Jahr 1967 und befindet sich mitten im Stadtzentrum auf dem Dach des Kulturheimes. Führungen finden ganzjährig mit Ausnahme der Sommermonate Juli und August statt und dauern etwa 1 bis 1,5 Stunden.

Die Sternwarte Höhenberg in Gmünd wird von der Waldviertler Astronomischen Gesellschaft betrieben. Aufgrund ihrer geografischen Lage bietet sie ideale Bedingungen zum „Sterne-Schauen“. Auch hier werden laufend Führungen angeboten. Ab 5 Personen gibt es die Möglichkeit von Privatführungen.

Die Astrostation Hochbärneck wurde 2004 eröffnet und liegt auf einer Alm im Naturpark Ötscher-Tormäuer. Bei den Führungen werden auch bei Kindern sehr beliebte Geschichten und Sagen zu den Sternbildern erzählt.

Neben den drei Volkssternwarten gibt es noch das Leopold-Figl-Observatorium bei St. Corona am Schöpfl, das aber rein wissenschaftlichen Zwecken dient.

Gudenushoehle

Die Gudenushöhle bei Albrechtsberg war vor 70.000 Jahren von Neandertalern besiedelt.

Nachtwandern im Naturland

Der Nationalpark Thayatal bietet Führungen zu speziellen Themen in der Nacht an. Am 30. April können Sie bei einem Rundgang um die Ruine Kaja den Zauber der Walpurgisnacht erleben. Am 6. Juni begeben Sie sich mit einem Fledermausexperten auf die Spuren der lautlosen Jäger der Nacht. Auch die NÖ Naturparke bieten zahlreiche Veranstaltungen an, die zum Teil in der Nacht stattfinden. So bietet der Naturpark Jauerling-Wachau geführte Fackelwanderungen an. Die meisten Naturparke öffnen wieder nach der Winterpause mit Ende März oder Anfang April.

Ausflug in die Unterwelt

Die nordöstlichen Randalpen mit Rax, Schneeberg und Hoher Wand, Teile des Wienerwalds sowie die Kalkalpen im Mostviertel sind reich an Höhlen. Bei geführten Touren geht es im geeigneten Outfit mit Helm und Karbidlampe bei kuscheligen 8 Grad in den Berg.

Die Ötscher-Tropfsteinhöhle ist 575 Meter lang und geht 54 Meter in die Tiefe. Sie ist reich an Stalagmiten und Stalaktiten und bietet sogar einen unterirdischen See.

Die Hermannshöhle im Wechselgebiet ist die größte Tropfsteinhöhle Niederösterreichs und ein wichtiges Fledermaus-Winterquartier. Man kann sie im Rahmen einer Führung auf gut beleuchteten Wegen erkunden.

Die Nixhöhle bei Frankenfels hat ihren Namen von der Bergmilch in der Höhle. Diese charakteristischen Kalkablagerungen heißen im Volksmund „Nix“. Neben regelmäßigen Führungen gibt es in der Höhle auch speziell für Kinder gestaltete Themenwanderungen.

Die Allander Tropfsteinhöhle ist seit 1928 als Schauhöhle geöffnet. Schon der Anstieg durch die Buchenwälder des Wienerwaldes ist ein Naturerlebnis. Höhepunkte in der Höhle sind unter anderem Knochenreste von Höhlenbären.

Im Waldviertel kann man in der Gudenus-Höhle bei Albrechtsberg in die Welt der Neandertaler eintauchen. Vor 70.000 Jahren lebten hier die berühmten Urzeitmenschen. Besonderes Fundstück ist eine Knochenpfeife, die in der Höhle gefunden wurde.

Raus ins Dunkle

Das Magazin für Kinder und Familien der Alpenvereinsjugend widmet diesem Thema ein eigenes Heft. Nachtspaziergänge ganz ohne Licht, ein Bericht über nachtduftende Pflanzen, Wissenswertes über die Tiere der Nacht oder Tipps zum Sterndln Schau'n sind die Themen, die hier für Kinder und Jugendliche aufbereitet werden. Das Heft "Raus ins Dunkle" steht als Download gratis auf der Website des Österreichischen Alpenvereins zur Verfügung.