Weiß ist out

Ein weißes Fell oder Gefieder ist für Tiere in hochalpinen Lebensräumen eine perfekte Tarnung. Der Klimawandel macht sie wieder sichtbar.

Schneehuhn

Das Schneehuhn ist mit seinem Gefieder perfekt an den hochalpinen Lebensraum angepasst.

(03.02.2021/ MF) Einige Tierarten des Hochgebirges setzen im Winter auf die Farbe Weiß. Sie macht sie für Fressfeinde praktisch unsichtbar. Der Klimawandel mit weniger Schnee, späterem Winterbeginn und Frühling ab Februar bringt sie jedoch in Bedrängnis.

Klimawandel lässt die Tarnung auffliegen

Das Phänomen betrifft nicht nur Beutetiere, die damit für ihre Feinde leichter zu sehen sind. Auch weiß gefärbte Raubtiere leiden darunter, weil sie ihrerseits von den Beutetieren früher erkannt werden. Mit den veränderten Bedingungen entpuppt sich die vermeintliche Tarnfarbe als greller Hingucker. Auf der Nordhalbkugel sind 21 Arten betroffen. Davon leben Schneehase, Schneehuhn, Hermelin und Mauswiesel auch in Österreich.  

Schneehase

Schneehasen sind im Winter kaum zu erkennen. Der Klimawandel macht sie nun sichtbar.

Konkurrenz wird stärker

Aktuell gefährdet ist keine dieser Arten. Schneehase und Schneehuhn sind Relikte aus der Eiszeit, die sich durch das Einwandern in die hochalpine Region eine neue Nische geschaffen haben. Beide Arten wechseln im Sommer die Farbe und verlieren ihr weißes Fell bzw. Gefieder. Durch den Klimawandel geraten sie jetzt unter Druck. Einerseits wird beim Ausweichen in noch höhere Zonen das Nahrungsangebot knapper. Zum anderen drängt die Konkurrenz  in den angestammten Lebensraum. Beim Schneehasen ist es der größere und stärkere Feldhase, der ihm dort das Futter streitig macht.

Verlauf des Winters entscheidet über die Farbe

Bei Hermelin und Mauswiesel hilft das weiße Winterfell nicht nur bei der Jagd, es schützt auch vor Feinden in Form von Greifvögeln und Füchsen. Eine Studie der Universität für Bodenkultur in Wien zeigt, dass die beiden Marderartigen in punkto Färbung sehr wandlungsfähig sind. In den Kärntner Nockbergen verfärbt sich nur ein Teil der Mauswiesel-Population im Winter weiß. Die anderen bleiben braun und hoffen auf einen milden Winter. Die Anzahl der weißen und braunen Mauswiesel ist also vom vorigen Winter abhängig.