Weiden sind wichtige Insektennahrung

Palmkätzchen sind eine beliebte Dekoration zur Osterzeit. Die Blüten sind jedoch wichtig als erste Nahrung für Bienen und andere Bestäuber.

Hummel auf einer Weidenblüte

Weidenblüten sind die ersten Nahrungslieferanten im Frühjahr für bestäubende Insekten wie etwa Hummeln.

(22.02.2021/ MF) Die Blüten vieler Weidenarten sind reich an Nektar und Blütenstaub. Sie blühen sehr früh im Jahr und stellen daher für Bienen und andere bestäubende Insekten eine wichtige Nahrungsquelle dar.

Erste Kraftnahrung für Insekten

Palmkätzchen sind die Blütenstände der Salweide. Im März sind sie oft die einzige Nahrungsquelle für früh fliegende Insekten wie etwa Wildbienen. Durch das Ausräumen der Landschaft werden diese Frühjahrsboten immer seltener. Vor allem das wahllose Zurückstutzen läßt die Bestände schrumpfen. Das Zurückschneiden von Weidenbeständen entlang von Wegen und Straßen sollte daher erst nach der Blüte erfolgen. Und auch das übermäßige Schneiden von Palmkätzchen für den Osterstrauß raubt den Bienen die Lebensgrundlage.

Ein Handstrauß ist erlaubt

Wild wachsende Pflanzen sind in Niederösterreich grundsätzlich geschützt. Sie dürfen nicht mutwillig beschädigt oder vernichtet werden. Das NÖ Naturschutzgesetz kennt im § 17 jedoch die sogenannte „Handstrauß-Regel“. Das Pflücken für den persönlichen Bedarf ist im Ausmaß eines Handstraußes erlaubt, das ist eine Pflanzenmenge, deren Stängel von Daumen und Zeigefinger umfasst werden können.

Weidenast

Die früher sehr häufigen Weiden werden durch das Ausräumen der Landschaft immer seltener.

Es müssen nicht frische Weidenzweige sein

Trotzdem gilt auch bei nicht explizit geschützten Arten, die Bestände nicht unnötig zu belasten. Dazu gehört auch der richtige Schnitt der Zweige. Am besten eignen sich ein scharfes Messer oder eine Gartenschere. Achten Sie auch darauf, ob Vogelnester vorhanden sind. Viele Vogelarten bewohnen ihre Nester über mehrere Jahre. Reißen Sie die Zweige nicht einfach ab, dadurch kann die gesamte Pflanze geschädigt werden. Gerade im Spätherbst und Winter fallen im Garten durch das Verjüngen und Schneiden von Sträuchern Naturmaterialien an, mit denen ein attraktiver Osterstrauß gestaltet werden kann.

Geschützte Pflanzen in NÖ

Eine Liste der vollkommen oder teilweise geschützten Pflanzen findet sich in der NÖ Artenschutzverordnung. Zu beachten sind aber auch privatrechtliche Bestimmungen. Ohne Einverständnis des Eigentümers oder der Eigentümerin ist jedes Sammeln auf fremdem Grund verboten. Somit also Vorsicht beim Schneiden von Ästen in Parks und Schutzgebieten.