Weiden helfen der Artenvielfalt

Sie prägten einst den Osten Österreichs und sind ein echter Hotspot für die Biodiversität.

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Die Beweidung mit Tieren wie etwa Kühen schafft die Lebensgrundlage für viele Insekten und Vögel.

Weidelandschaften sind selten geworden und finden sich heute nur noch in einigen wenigen Schutzgebieten. Mit dem Verlust der Weiden verschwand ein wichtiger Lebensraum und damit zahlreiche Tier und Pflanzenarten.

Weiden als CO2-Senke

Auch für den Klimaschutz leisten sie einen wichtigen Beitrag. Galt früher das Hauptaugenmerk dem Wald als CO2-Speicher, so weiß man heute, dass auch funktionierende Grasland-Ökosysteme wie Wiesen und Weiden eine bedeutende Funktion als CO2-Senke haben. Am stärksten hat es durch den Rückgang der Weideflächen die Gruppe der Dungkäfer getroffen. Von den ehemals 105 Arten gibt es nur noch 69. Das ist ein Verlust von über einem Drittel.

Dungkäfer sind wichtig für Weiden

Dungkäfer spielen eine zentrale Rolle in Weide-Ökosystemen. Sie fressen den Dung, vergraben ihn als Brutkammer im Boden oder rollen ihn sogar über weite Strecken. Damit kurbeln sie den Nährstoffkreislauf an und helfen bei der Parasitenbekämpfung, sie vertragen aber auch Samen von Pflanzen und reduzieren durch ihre Grabtätigkeit klimaschädliche Gase im Dung. Dabei sind sie selbst begehrte Beutetiere für Fledermäuse und Vögel. Für ihre Rückkehr brauchen die Käfer extensiv genutzte Weideflächen.

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Dungkäfer spielen eine zentrale Rolle in Weide-Ökosystemen.

Neue Weiden braucht das Land

Kleinräumig wird daran gearbeitet, im Einklang mit naturschutzfachlichen Gegebenheiten Weidewirtschaft zu betreiben. So werden Teile der Weikendorfer Remise und die Wacholderheide in Obersiebenbrunn mit Rindern der Rasse Aubrac beweidet.

Die Tiere der beteiligten Landwirtfamilie aus dem Marchfeld sichern das Fortbestehen einer einzigartigen Landschaft. Gegen die aufkommenden Büsche werden in der Wacholderheide auch Ziegen eingesetzt. Mit dieser Form der nachhaltigen Landnutzung werden wichtige Lebensraumstrukturen geschaffen und gesichert sowie  erstklassiges Fleisch produziert.

Beweidung der Hundsheimer Berge

Auch die einzigartigen Trockenrasen auf den Hundsheimer Bergen können dauerhaft nur durch weitere gezielte Beweidung erhalten werden. Die Naturschätze-Stammtische dienen als Informationsplattform für alle GemeindevertreterInnen, Natur­vermittlerInnen und BürgerInnen. Am 20. Oktober findet die Abschluss­veranstaltung zum aktuellen Projekt der Schutzgebietsbetreuung statt. Nach einem Vortrag und anschließender Diskussion werden  gemeinsame Lösungsvorschläge erarbeitet, wie es gelingen kann, die Naturschätze vor der Haustür und im Schutzgebiet langfristig zu bewahren.

Film über Dungkäfer

Die junge Dungkäfer-Forscherin Elisabeth Glatzhofer hat im Rahmen des Naturfilm-Festivals "Jackson Wild Summit", das heuer erstmals außerhalb der USA im Nationalpark Neusiedler See stattgefunden hat, die Möglichkeit bekommen dieses Thema in Szene zu setzen.