Was summt in der Doislau?

Bei einer Exkursion wurden die „Wilden Bienen“ der Doislau entdeckt.

Gruppenfoto Doislau

Mit Exkursionsleiterin Sabine Schoder konnten zahlreiche seltene Widbienen-Arten entdeckt werden.

Bei strahlendem Sommerwetter zeigten gut 30 TeilnehmerInnen aus den Gemeinden Amstetten, Euratsfeld, St.Georgen/ Ybbsfelde, Ferschnitz, Neuhofen und Umgebung Interesse an den naturschutzfachlichen Schätzen im Europaschutzgebiet „NÖ Alpenvorlandflüsse“, dem Naturschutzgebiet vor ihrer Haustüre.

Artenreiche Kulturlandschaft vor der Haustür

Viele waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Treffpunkt bei der Schautafel Doislau gekommen. Hier präsentiert sich eine alte Kulturlandschaft an der Ybbs. Durch die Flussregulierungen entstanden Schotterterrassen, auf denen heute Magerwiesen mit großer Artenvielfalt gedeihen. In früheren Zeiten wurden diese noch beweidet und gemäht, was heute im Rahmen der Mahd durch die Schutzgebietsbetreuung geleistet wird. Nur so kann der Blütenreichtum bewahrt werden, der eine wichtige Trittsteinfunktion zu den umgebenden Streuobstbeständen bildet.

Seltene Bienenarten entdeckt

Alt und Jung bestaunten gemeinsam mit Exkursionsleiterin Sabine Schoder und Doislau-Kenner Frank Harmetzky das reichhaltige Blütenangebot und die üppige Insekten-Fauna. Seltene Wildbienen-Arten wie Glockenblumen-Scherenbienen, Resede-Maskenbienen und verschiedene Furchen- und Blattschneiderbienen konnten von den TeilnehmerInnen vor Ort bestimmt werden.

Auen-Schenkelbiene

Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020. Sie kommt in der Doislau ebenfalls vor.

Wildbiene des Jahres gesichtet

Auch die Wildbiene des Jahres, die Auen-Schenkelbiene, wurde beobachtet. Sie sammelt das Pflanzenöl des Gilbweiderichs als energiereiche Nahrung für ihre in Bruthöhlen im Boden heranwachsenden Nachkommen und ist daher vom Vorhandensein dieser Pflanzen abhängig. So wie die Auen-Schenkelbiene sind viele Wildbienen auf bestimmte Pflanzenarten als Nahrung oder Brutplatz angewiesen. Aber auch viele Wildblumen sind von der Bestäubung durch „ihre“ spezialisierten Wildbienen abhängig.

Fördern Sie Wildbienen im eigenen Garten

Da Honigbienen die Bestäubungsleistung einer vielfältigen Wildbienen-Fauna nicht ersetzen können, ist der Erhalt der Artenvielfalt im eigenen Garten sehr wichtig. Das Anlegen einer kleinen Blumenwiese mit einheimischen Wildblumen und das Stehenlassen von Pflanzenstängeln zum Überwintern für die Tiere bietet den Wildbienen wichtigen Lebensraum. Offene Bodenstellen ohne Bewuchs für Bodennister und selbstgebaute Nisthilfen helfen bei der Aufzucht der Jungen.

Kultur- und Naturvermittlungsprojekt

Der Spaziergang war Teil des Projekts „Kultur- und Naturlandschaftsmittlung in der Doislau und im Zauchbachtal“ der Gemeinden Amstetten, St. Georgen am Ybbsfelde, Neuhofen, Ferschnitz und Euratsfeld in Kooperation mit der LEADER Region Moststraße und der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ. Das Projekt ergänzt das vom Land NÖ und der EU geförderte Projekt „Managementmaßnahmen in der Doislau“, welches im Rahmen des Schutzgebietsbetreuung NÖ durchgeführt wird.