Menübild Knigge

Was darf ich in einem Naturschutzgebiet?

In Naturschutzgebieten ist grundsätzlich jeder Eingriff verboten. Sie dürfen nur auf bestimmten Wegen betreten werden. Ausnahmen gibt es für die Land- und Forstwirtschaft.

Weikendorfer Remise

Die "Weikendorfer Remise" ist das älteste Naturschutzgebiet Österreichs. Es wurde 1927 vom NÖ Landtag beschlossen.

Naturschutzgebiete sind natürliche Gebiete, die sich durch besonders schützenswerte Lebensräume oder durch Vorkommen von seltenen Pflanzen und Tieren auszeichnen. Derzeit gibt es in Niederösterreich 71 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 14.500 Hektar.

Eingriffsverbot mit Ausnahmen

In Naturschutzgebieten ist grundsätzlich jeder Eingriff verboten und sie dürfen nur auf bestimmten Wegen betreten werden. Ausnahmen von diesem Eingriffsverbot bestehen für die Jagd und die Fischerei. In der Regel sind auch land- und forstwirtschaftliche Nutzungen gestattet. Der Schutz der Naturgüter steht aber im Vordergrund und mit dem Schutzziel nicht vereinbare Eingriffe sollen verhindert werden.

Ein Naturschutzgebiet allein ist zu wenig

Das kann in bestimmten Fällen zu Interessenskonflikten führen. Managementpläne für Schutzgebiete legen die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Lebensräume fest und regeln oft auch die Nutzung. Mit der Einrichtung eines Schutzgebietes alleine ist es also meist nicht getan. Regelmäßige Bestandsaufnahmen, gezielte Schutzgebietsbetreuung, Einbeziehung aller Betroffenen, Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sind für einen umfassenden Schutz wesentlich.

Europaschutzgebiete machen 23 % der Landesfläche aus

Die 36 NÖ Europaschutzgebiete sind Teil des europaweiten Natura 2000-Netzwerkes mit über 27.000 Schutzgebieten. Sie beruhen auf zwei EU-Richtlinien, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Vorgelschutz-Richtlinie. Mit dem EU-Beitritt hat sich Österreich verpflichtet, diese Richtlinien umzusetzen. Natura 2000 hat das Ziel, die wertvollsten europäischen Arten und Lebensräume auch für die kommenden Generationen zu erhalten. Voraussetzung dafür ist eine harmonische Koexistenz von Mensch und Natur durch Sicherung einer lebendigen Landschaft.

Wildnisgebiet Duerrenstein

Die Bäume im Wildnisgebiet Dürrenstein können bis zu 1000 Jahre alt sein. Hier ist jede menschliche Aktitvität verboten.

Wildnisgebiet Dürrenstein

Österreichs erstes Wildnisgebiet mit dem größten Urwaldrest Mitteleuropas umfasst 35 km² und liegt im Bezirk Scheibbs. Ein Wildnisgebiet ist die strengste Kategorie, die von der IUCN, der Internationalen Union für Schutz der Natur, vergeben wird. Die Kategorie 1 hat zwei Unterteilungen: Kategorie 1a bezeichnet herausragende Naturgebiete, die nur für die Forschung zugänglich sind. Kategorie 1b gilt für Gebiete, die durch den Menschen nicht oder nur geringfügig verändert wurden. Sie werden besonders geschützt und so bewirtschaftet, dass die natürlichen Gegebenheiten erhalten bleiben. Das Wildnisgebiet am Dürrenstein ist für Privatpersonen nur im Rahmen einer geführten Exkursion zugänglich.

NÖ hat zwei Nationalparks

Die beiden Nationalparks im Thayatal und in den Donau-Auen entsprechen der IUCN-Kategorie 2. Durch Nationalparks sollen einzigartige Naturlandschaften bewahrt und die dort lebenden Pflanzen und Tiere geschützt werden. Die Parks unterliegen streng geregelten Nutzungseinschränkungen, sind aber grundsätzlich für erholungssuchende Menschen offen. Sie bieten Besucherzentren und ein umfangreiches Angebot an Vermittlungs– und Bildungsangeboten an. Nationalparks sind in Österreich auch für die Regionalentwicklung von großer Bedeutung und entwickeln sich immer mehr zu Leitprojekten in den Regionen. Sie fördern die Bewusstseinsbildung im Umweltschutz und geben Gewerbe und Tourismus neue Impulse.