Waldfonds für nachhaltige Forstwirtschaft

Das Forstpaket des Bundes bringt 350 Millionen Euro für die angeschlagenen Wälder.

Buchenwald

Mit dem Waldfonds soll die Wiederaufforstung von artenreichen und klimafitten Mischwäldern gefördert werden.

Die Situation in unseren Wäldern ist alarmierend. Der Borkenkäfer hat ganze Landstriche entwaldet. Eine der großen Aufgaben der WaldbäuerInnen wird sein, für die nächsten Generationen mit widerstandsfähigen Mischwäldern aufzuforsten. Mit dem neuen 350 Millionen Euro schweren Waldfonds sollen in Zukunft die Fördermaßnahmen für die Forstwirtschaft abgewickelt werden. Das Paket umfasst insgesamt 10 Maßnahmen, die der österreichischen Forstwirtschaft eine Zukunft geben sollen.

Schadholz ist ein Hauptteil der Holzernte

Rund 62 Prozent der gesamten österreichischen Holzernte waren 2019 auf Schadholz zurückzuführen. 2020 werden aufgrund der Trockenheit im Frühjahr ähnliche Mengen befürchtet. Durch die Corona-Pandemie ist zusätzlich die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz eingebrochen. Ein Hauptgrund für den schlechten Zustand des Waldes ist der Klimawandel. Die lange Zeit propagierten Fichten-Monokulturen kommen damit nur schlecht zurecht.

Holz

Die Holzwirtschaft steht angesichts von Borkenkäfer und Klimawandel vor großen Herausforderungen.

Massive Schäden im Waldviertel

2019 sind dem Borkenkäfer in Niederösterreich 2,2 Millionen Festmeter Holz zum Opfer gefallen. Heuer sind die Prognosen nicht besser. Insgesamt mussten in den letzten Jahren rund 20.000 Hektar Waldflächen abgeholzt werden, davon 13.000 Hektar im Waldviertel. Wärme und Trockenheit begünstigen die Vermehrung der Käfer in unseren Wäldern. Für LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sind die Auswirkungen enorm: „Der Schaden trifft nicht nur die Waldbesitzer, sondern die gesamte Gesellschaft, denn der Wald ist Wasserspeicher, sorgt für saubere Luft und kühlt das Klima. Investitionen in die Wiederaufforstung von klimafitten Wäldern und Entlastungen für die betroffenen Waldbauern sind daher dringend notwendig“, betont Pernkopf.

Wald als artenreicher Erholungsort

Die Vielfalt in unseren Wäldern muss durch eine kluge Baumartenwahl gefördert werden. Das bedeutet aber auch, dass die bisherigen Förderungen von Fichten-Monokulturen an ungeeigneten Standorten ein Ende haben müssen. Standortfremde Fichtenforste etwa in niederschlagsarmen Tieflagen sind der eigentliche Grund für die Borkenkäferplage und die Zerstörung der Wälder in Regionen wie etwa im Wald- und Mühlviertel. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: "Erfreulicher Baustein des Forstpakets sind die Biodiversitätsmaßnahmen, die eine Stärkung der Artenvielfalt im Wald bringen. Durch den Ausbau des Netzes von Naturwaldreservaten und die Schaffung von Trittsteinbiotopen fördern wir die Vielfalt in unseren Wäldern."