Vielfältige Insektenwelt

Beim Insektencamp im Nationalpark Thayatal wurden fast 1500 Arten festgestellt.

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Beim Insektencamp 2021 wurden 1429 Arten aufgenommen und erfreuliche Ergebnisse erzielt.

Das siebte Insektencamp der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft (ÖEG)  fand im Juni 2021 im Nationalpark Thayatal statt. ExpertInnen für verschiedene Insektengruppen und Studierende trafen zusammen, um sich der Insektenfauna des Nationalparks zu widmen. Nun liegen die Ergebnisse vor. 1429 Arten wurden aufgenommen und erfreuliche Ergebnisse erzielt.

Zahlreiche Lebensräume wurden untersucht

Die 16 untersuchten Flächen spiegelten unterschiedlichste Lebensräume wider. Von Uferbereichen über Wälder und Wiesen bis hin zu Trockenrasen waren verschiedene Lebensraumtypen vertreten. Dadurch konnte ein breites Spektrum der im Nationalpark Thayatal vorkommenden Arten mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen in der Untersuchung abgedeckt werden.

Käferart erstmals in Österreich nachgewiesen

Die Insekten wurden unter intensivem Einsatz der 41 TeilnehmerInnen mithilfe diverser Fang- und Nachweismethoden kartiert, wobei erfreulicherweise die Liste der nachgewiesenen Arten im Nationalpark Thayatal deutlich erweitert werden konnte. So gelang unter anderem für neun Insektenarten der Erstnachweis für Niederösterreich und für eine Käferart (Parophonus hirsutulus) sogar der Erstnachweis für ganz Österreich.

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41 TeilnehmerInnen kartierten mithilfe diverser Fang- und Nachweismethoden im Nationalpark Thayatal.

Viertel der heimischen Wildbienen lebt im Thayatal

Zudem wurden viele gefährdete und seltene Insektenarten entdeckt, wie die vom Aussterben bedrohte Südliche Dickkopfzikade (Anaceratagallia laevis) und die Schnabelfliege Panorpa vulgaris. Eine weitere positive Erkenntnis der vier Kartierungstage des ÖEG-Insektencamps sind die Anzahl der nachgewiesenen Wildbienen. Die Artenliste innerhalb des Nationalparks deckt nun mehr als ein Viertel der österreichischen Wildbienenfauna ab.

Intakte Natur im Nationalpark

Auch die zahlreichen Funde des Europäischen Bachhaftes (Osmylus fulvicephalus), welcher zum Überleben naturnahe Gewässer und Auen benötigt, ist ein erfreuliches Ergebnis. Im Kajabachtal wurde der Bachhaft unter anderem in der strukturreichen Ufervegetation mehrfach entdeckt. Damit bestätigt sich, dass im Nationalpark Thayatal viele intakte und erhaltenswerte Lebensräume vorhanden sind.