Umweltbildung in der Krise

Viele wollen in Zeiten von Corona in die Natur. Doch die Menschen, die sie uns nahe bringen sollen, stehen vor existenzbedrohenden Problemen.

Kinder mit Fernrohr

NaturvermittlerInnen und alle, die in und mit der Natur arbeiten, sind von der Corona-Krise besonders stark betroffen.

Die drastischen Maßnahmen rund um die Corona-Krise sind für viele auch mit existentiellen Sorgen verbunden. Kurzarbeit oder Kündigungen stehen im Raum. Viele Selbständige müssen ihr Geschäft geschlossen halten und haben keine Einnahmen. Tausende im Natursektor tätige Menschen sind von der Krise schwer betroffen.

Stillstand bis in den Sommer

Stillstand herrscht derzeit im Umweltbildungsbereich und im Naturtourismus. Tausende Veranstaltungen für die kommende Zeit im schulischen und im außerschulischen Bereich mussten abgesagt werden. Davon betroffen sind rund 150 Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Biodiversität, Alpin- und Wanderbereich, Land- und Forstwirtschaft, Wald, Jagd, Wasser, Fischerei sowie Klima und Umwelt.

Die Unsicherheit ist groß

Geschätzte 5.000 selbständige Natur- und UmweltpädagogInnen, Berg-, Landschafts- und WanderführerInnen, aber auch Naturschutzakteure müssen dramatische Einkommensverluste hinnehmen. Die Unsicherheit in der Branche ist entsprechend groß. Viele Organisationen versuchen derzeit alle Betroffenen so gut wie möglich zu betreuen und die Möglichkeiten einer Entschädigung zu prüfen.

Auch in den Bergen geht nichts mehr

Derzeit sind praktisch alle Programme, die vorwiegend im Freien stattfinden, abgesagt. Diese Maßnahmen erstrecken sich bis teilweise in den Frühsommer hinein. Bei Alpenverein und Naturfreunden sind vor allem Bergsportführer und Sportkletterlehrer aber auch Umweltpädagogen, Sozialpädagogen und andere Fachexperten betroffen. Ähnliches gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreicher Kletterhallen, Schutzhütten und Sektionsgeschäftsstellen.

Gruppe in den Bergen

Derzeit sind praktisch alle Programme, die vorwiegend im Freien stattfinden, abgesagt. Diese Maßnahmen erstrecken sich bis teilweise in den Frühsommer hinein.

Existenz steht für viele auf dem Spiel

Wie in vielen anderen Branchen trifft es vor allem die selbständigen oder mit Werkvertrag tätigen Personen, unter ihnen besonders viele Frauen. Die Tätigkeit im Natur- und Umweltbildungsbereich ist ein wesentlicher Teil ihres Einkommens, der nun wegfällt und zu existenzbedrohenden Zuständen führt. Die ohnehin kurze Hauptsaison reicht nur von April bis Anfang Juli.

Unterstützung im Natursektor notwendig

Am stärksten betroffen sind also jene Menschen, die sich besonders für Natur- und Umweltschutz, Wissensvermittlung und einen nachhaltigen Lebensstil einsetzen. Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen bedeuten, dass dieser Sektor finanzielle Unterstützung braucht. Viele können nur mehr auf Unterstützung aus dem Corona-Härtefallfond der Regierung hoffen. Mit 20. April 2020 startet die Phase 2, Anträge können ausschließlich online gestellt werden. Informationen dazu gibt es auf der Seite der Wirtschaftskammer.

Auch die Stiftung Blühendes Österreich von REWE International arbeitet intensiv daran, so effektiv wie möglich auf die Krise zu reagieren.